Heiligabend nach serbischer Art

RORSCHACH. Rund 2000 Menschen haben sich in Rorschach am grössten orthodoxen Gottesdienst der Ostschweiz getroffen. Der 6. Januar ist nach der orthodoxen Tradition und dem Julianischen Kalender Heiligabend.

Alexandra Pavlovic
Drucken
Teilen
Bis auf den letzten Platz besetzt: Die Herz-Jesu-Kirche in Rorschach gestern abend. (Bild: Ralph Ribi)

Bis auf den letzten Platz besetzt: Die Herz-Jesu-Kirche in Rorschach gestern abend. (Bild: Ralph Ribi)

Nach Weihnachten ist vor Weihnachten. Das gilt besonders für die christlich-orthodoxe Glaubensgemeinschaft in der Schweiz. Die Kirche begeht das Weihnachtsfest nach dem Julianischen Kalender am 7. Januar. Gestern abend gegen 20.30 Uhr feierten die Gläubigen in Rorschach Heiligabend. Geschätzte 2000 Menschen aus der ganzen Ostschweiz und den angrenzenden Regionen kamen in die Herz-Jesu-Kirche im Zentrum der Stadt.

Rorschach - Gršsster Orthodoxer Gottesdienst in der Herz Jesu Kirche (Bild: Ralph Ribi)
11 Bilder
Rorschach - Gršsster Orthodoxer Gottesdienst in der Herz Jesu Kirche (Bild: Ralph Ribi)
Rorschach - Gršsster Orthodoxer Gottesdienst in der Herz Jesu Kirche (Bild: Ralph Ribi)
Rorschach - Gršsster Orthodoxer Gottesdienst in der Herz Jesu Kirche (Bild: Ralph Ribi)
Rorschach - Gršsster Orthodoxer Gottesdienst in der Herz Jesu Kirche (Bild: Ralph Ribi)
Rorschach - Gršsster Orthodoxer Gottesdienst in der Herz Jesu Kirche (Bild: Ralph Ribi)
Rorschach - Gršsster Orthodoxer Gottesdienst in der Herz Jesu Kirche (Bild: Ralph Ribi)
Rorschach - Gršsster Orthodoxer Gottesdienst in der Herz Jesu Kirche (Bild: Ralph Ribi)
Rorschach - Gršsster Orthodoxer Gottesdienst in der Herz Jesu Kirche (Bild: Ralph Ribi)
Rorschach - Gršsster Orthodoxer Gottesdienst in der Herz Jesu Kirche (Bild: Ralph Ribi)
Rorschach - Gršsster Orthodoxer Gottesdienst in der Herz Jesu Kirche (Bild: Ralph Ribi)

Rorschach - Gršsster Orthodoxer Gottesdienst in der Herz Jesu Kirche (Bild: Ralph Ribi)

«Wir sind mit nichts gestartet»

Knapp eine Stunde vor Beginn der Liturgie – wie die serbische Messe genannt wird – sind die meisten Sitzplätze in der Kirche bereits besetzt. Der Rorschacher Nikola Janjic, einer der Mitorganisatoren, hätte vor 18 Jahren kaum zu glauben gewagt, dass der Anlass solchen Anklang finden würde. «Wir sind mit nichts gestartet», sagt er. Lediglich einen Pastor hätte die Glaubensgemeinschaft gehabt. Keine Kirche, keine Messe und schon gar keine Verkaufsstände. Den 66jährigen Serben erfüllt es heute mit Stolz, wenn sich die vielen jungen Leute mit der Familie an Heiligabend zusammenfinden. «Unser Ziel war es, den Brauch an unsere Kinder weiterzugeben, damit er nicht in Vergessenheit gerät», sagt er.

«Ein Stück Heimat»

So haben auch an diesem Abend viele Junge den Weg in die Herz-Jesu-Kirche gefunden. Bevor sich die Besucher jedoch setzen, werden Kerzen zu Ehren der Toten und Lebenden angezündet sowie die Bilder der heiligen Ikonen geküsst.

«Ich komme seit 18 Jahren hierher, und jedes Mal ist es etwas Besonderes», sagt Snezana Bezanovic. Die Hornerin verbindet damit die Tradition, mit der ihre Eltern aufgewachsen sind. Auch für Mara Ranisavljevic ist die Liturgie «ein Stück Heimat». Eine Premiere hingegen ist der Messebesuch für Michelle Blatter. «Ich bin das erste Mal mit meinem Freund hier», sagt sie. Die 22jährige Schweizerin freue sich aber, Heiligabend einmal auf eine andere Art zu erleben. «Es ist spannend zu sehen, auf welch unterschiedliche Weise Kulturen Weihnachten feiern.»