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«Heikle Verknüpfung mit Campus-Vorlage»: SP-Frauen fordern Lehrstuhl für feministische Ökonomie an der Universität St.Gallen

Will die HSG zu den führenden Wirtschaftsunis gehören, braucht sie einen Lehrstuhl für feministische Ökonomie: Das fordern die SP-Frauen – und verknüpfen das Anliegen mit der Erweiterung des Campus.
Noemi Heule
Frauen sind in der Volkswirtschaftslehre unterrepräsentiert. Die SP-Frauen wollen mit einem eigenen Lehrstuhl Abhilfe schaffen. (Bild: Urs Bucher¼

Frauen sind in der Volkswirtschaftslehre unterrepräsentiert. Die SP-Frauen wollen mit einem eigenen Lehrstuhl Abhilfe schaffen. (Bild: Urs Bucher¼

Ja, ja, ja und nochmals ja. Geht es um den neuen HSG-Campus tönt es für einmal unisono durch die Parteienlandschaft. Ja, sagen auch die SP-Frauen, schieben allerdings ein «Aber» hinterher. Will die HSG zu den führenden Wirtschaftsuniversitäten Europas gehören, wie es in der Botschaft zur 207-Millionen-Vorlage heisst, braucht sie nicht nur mehr Raum für Studentinnen und Studenten, sondern auch einen Lehrstuhl für feministische Ökonomie. Diese konkrete Forderung erheben die SP-Frauen zusammen mit den feministischen Juristinnen Ostschweiz.

«Heute kann man ein Volkswirtschaftsstudium absolvieren, ohne jemals mit feministischer Ökonomie konfrontiert zu werden.»

SP-Präsidiumsmitglied Margrit Blaser

SP-Präsidiumsmitglied Margrit Blaser

Das sagt Mitinitiantin und SP-Präsidiumsmitglied Margrit Blaser. Themen wie unbezahlte Arbeit oder Lohndifferenz würden in der traditionellen Volkswirtschaftslehre vernachlässigt.

«Der Beitrag der Frauen ist in den traditionellen Kennzahlen wie dem Bruttoinlandprodukt nur teilweise abgebildet», führt HSG-Professorin Monika Bütler als Beispiel an. Dennoch bekundet die Volkswirtschafterin Mühe, die feministische Ökonomie als eigenständige Disziplin zu betrachten.

«Die Berücksichtigung von Unterschieden zwischen den Geschlechtern gehört in alle Forschungsrichtungen.»

Wirtschaftsprofessorin Monika Bütler

Wirtschaftsprofessorin Monika Bütler

Zudem sei der Begriff im deutschsprachigen Raum sehr ideologisch aufgeladen.

Einen einzigen Lehrstuhl in der Volkswirtschaftslehre hält Bütler deshalb nicht für zielführend. Vielmehr sieht sie die Antwort in einem diversen Lehrkörper, der in der Forschung unterrepräsentierte Gruppen umfasse – Frauen, aber auch Minderheiten. «Hier hat die HSG sicher noch Verbesserungspotenzial.» Gleichzeitig appelliert Bütler an die Vorbildfunktion.

«Dass junge Frauen als Wissenschaftlerinnen ernst genommen werden und dabei Vorbilder haben, ist sehr viel wichtiger als ein spezifischer Lehrstuhl.»

Noch immer ist der Frauenanteil in der Volkswirtschaft gering. Das habe aber Umfragen zufolge mit dem Klima in der Wissenschaft zu tun und weniger mit den Themen.

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Die Universität Wien ist doppelt Vorbild

Wie Themen der feministischen Ökonomie – unbezahlte Arbeit, Armut, Zugang zu Krediten oder Unterschiede in der Bezahlung und Sozialversicherung – aufgegriffen werden, hängt an der HSG heute von der Lehrperson ab.

Margrit Blaser will das Thema aber nicht von deren gutem Willen abhängig machen. Vielmehr soll es «in verbindlicher Form» in den Stundenplan integriert werden. So wie dies an der Wirtschaftsuniversität Wien der Fall sei. Jene Uni, welche die HSG als Vorbild ins Feld führt, weil sie in den vergangenen Jahren fast 500 Millionen Euro in einen neuen Campus investierte.

Verknüpfung zur Campus-Vorlage «heikel»

Am 24. Juni haben die SP-Frauen deshalb die Wiener Volkswirtschafterin Alyssa Schneebaum nach St.Gallen eingeladen. Zusammen mit Monika Bütler und Exponentinnen von SP und Juso nimmt sie an einer Diskussionsrunde teil. Genauso wie Rektor Thomas Bieger, für einmal der einzige Mann in einer Frauenrunde.

Bereits im Vorfeld fanden Gespräche zwischen Initiantinnen und Rektorat statt, die Margrit Blaser als «konstruktiv» und Monika Bütler als «angenehm» bezeichnen. Dennoch sei die Verknüpfung mit der Campus-Vorlage heikel, sagt Bütler. Der Platzbedarf an der Uni habe schliesslich nichts mit der Zusammensetzung des Lehrkörpers zu tun. Zudem rüttle die Forderung an der Lehr- und Forschungsfreiheit der Universität.

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