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Heidi Hanselmann kündigt Rücktritt an - SP spricht von «politischem Ausnahmetalent»

Die St.Galler Gesundheitschefin und aktuelle Regierungspräsidentin tritt im kommenden Jahr nicht zur Wiederwahl an.
Andri Rostetter, Noemi Heule
Noch bis Ende Mai 2020 im Amt: Die St.Galler Gesundheitschefin Heidi Hanselmann. (Bild: Urs Bucher)

Noch bis Ende Mai 2020 im Amt: Die St.Galler Gesundheitschefin Heidi Hanselmann. (Bild: Urs Bucher)

Über Heidi Hanselmanns Zukunft wird schon länger spekuliert. Seit 2004 sitzt sie in der St.Galler Regierung und ist damit amtsältestes Mitglied. Dieses Jahr wurde sie zum dritten Mal Regierungspräsidentin. Hanselmann wird im kommenden Jahr 59. Was will und was kann die SP-Frau noch erreichen?

Nun hat Hanselmann diese Frage beantwortet. Sie wird im kommenden Jahr nicht mehr zur Wiederwahl für die St.Galler Regierung antreten, wie die SP in einer Medienmitteilung schreibt. Hanselmann scheidet damit per Ende Mai 2020 aus der Regierung aus.

Verfahrene Situation in der Spitaldebatte

Hanselmanns Rücktrittsankündigung wenige Tage vor den eidgenössischen Wahlen kommt überraschend. Die Gesundheitschefin ist wegen der Spitalstrategie massiv unter Druck. Der Verwaltungsrat der St.Galler Spitäler hat wegen der schlechten Finanzlage Alarm geschlagen.

Noch ist unklar, ob Spitäler geschlossen werden. Hanselmann hat sich bis jetzt gegen Schliessungen ausgesprochen. Die verfahrene Situation in der Spitaldebatte hätte sich wohl auch auf ihre Wiederwahl ausgewirkt. Hanselmann hätte zumindest mit einem Denkzettel rechnen müssen.

Hanselmann sass ab 1996 für die SP im St.Galler Kantonsrat. 2004 wurde die diplomierte Logopädin in die Regierung gewählt. Seit April dieses Jahres ist Hanselmann Präsidentin der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektoren.

Partei spricht von Kulturwandel in der Spitalpolitik

Der Ausgangslage in der Spitaldebatte zum Trotz spart die SP nicht mit Lob für die Politik ihrer Regierungsrätin. Hanselmann sei ein Kulturwandel in der St.Galler Spitallandschaft gelungen, weg vom Konkurrenzdenken der vier Spitalunternehmungen hin zur Kooperation über die Spitalregionen hinweg, heisst es in der Mitteilung der Partei.

Zu ihren grössten politischen Erfolgen zählt die Partei die Überwindung des 15-jährigen Baumoratoriums mit den Spitalneubauvorlagen 2014. Als weitere Errungenschaften werden unter anderen der Joint-Medical-Master, die Einführung des Brustkrebs-Screening als erster Kanton in der Deutschschweiz oder das Mutter-Kind-Zentrum mit dem Neubau des Kinderspitals aufgeführt.

«Nie belanglos oder mittelmässig»

Weiter lobt die Partei die Persönlichkeit, den «scharfen politischen Weitblick und das taktische Geschick» der 58-Jährigen. «Sie liess sich nicht einer Mainstream-Politik unterwerfen, wurde politisch nie belanglos oder mittelmässig», heisst es weiter. Hanselmann habe ihre Arbeit und ihr politisches Werk nicht nur mit hoher Fachkompetenz, sondern auch «mit viel, mit sehr viel Herzblut» ausgeführt, lässt sich Parteipräsident Max Lemmenmeier zitieren.

Die SP des Kantons St.Gallen bedauere den Entscheid. Parteisekretär Guido Berlinger-Bolt: «Mit Heidi Hanselmann wird im nächsten Mai ein politisches Ausnahmetalent unsere Kantonsregierung verlassen.»

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