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Heidi Hanselmann: "Beim Medical Master geht es nicht nur um Hausärzte"

Mit dem Medizin-Masterstudiengang in St. Gallen will die Regierung erreichen, dass sich mehr Ärzte in der Ostschweiz niederlassen. Dass das funktioniere, zeige das Beispiel der HSG-Juristen.
Adrian Vögele
Die St.Galler Gesundheitsdirektorin Heidi Hanselmann. (Bild: Regina Kühne)

Die St.Galler Gesundheitsdirektorin Heidi Hanselmann. (Bild: Regina Kühne)

In keiner Berufsgruppe fehlt es derart an Nachwuchs wie bei den Ärzten: In der Deutschschweiz stehen sie zuoberst auf der Liste des Fachkräftemangels, noch vor Ingenieuren und Programmierern: Mit diesem Ranking unterstrich die St.Galler Regierung gestern vor den Medien, dass der Kanton in der Ausbildung von Medizinern selber aktiv werden müsse.

In der Ostschweiz ist der Anteil ausländischer Ärzte deutlich höher als in der gesamten Schweiz (Ausgabe vom Samstag). «Das liegt auch daran, dass es in der Region keine Ärzteausbildung gibt», sagt Gesundheitschefin Heidi Hanselmann. Die Rekrutierung von Medizinern mit ausländischem Diplom werde zugleich immer schwieriger, weil das Ausland Gegenmassnahmen getroffen habe. So hat etwa Deutschland die Löhne und Arbeitsbedingungen für Ärzte verbessert, um deren Abwanderung zu verhindern. Mehr als die Hälfte der Studenten sind St.Galler

Wenn das Volk am 10. Juni dem St.Galler Medizin-Masterstudiengang zustimmt, werden sich künftig mehr Ärzte in der Ostschweiz niederlassen: Davon ist die Regierung überzeugt. Dies zeige sich bereits bei Akademikern in anderen Fachbereichen, «zum Beispiel bei den Juristen, die an der Universität St. Gallen studiert haben», sagt Heidi Hanselmann. Dass man mit dem gemeinsamen Medizinmaster der HSG und der Universität Zürich einen Nerv treffe, beweise die hohe Zahl der Interessenten: Für 40 Studienplätze gab es über 80 Bewerbungen. Unter den 40 Studenten, die im Herbst ihr Bachelor-Studium in Zürich aufgenommen haben und dereinst für den Master nach St.Gallen wechseln sollen, sind zwischen 25 und 30 St. Galler.

Hinzu kommen Thurgauer, Appenzeller und vereinzelte Studierende aus anderen Regionen der Schweiz. Zu den Besonderheiten des «St. Galler Tracks» gehört, dass im Studium auch Management-Fähigkeiten gelehrt werden. «Solche Kompetenzen werden für die Arbeit in einer Arztpraxis, aber auch im Spital immer wichtiger», sagt HSG-Prorektor Kuno Schedler. Das Studium zielt zudem besonders auf die medizinische Grundversorgung. «Dabei geht es nicht nur um Hausärzte», sagt Hanselmann. Unter anderem sind auch Kindermedizin und Langzeitbetreuung chronisch Kranker mitgemeint.

Erfahrene Ostschweizer Ärzte als Mentoren Neuland beschreitet St.Gallen mit dem Lotsenprogramm: Jedem Studenten, jeder Studentin wird ein Ostschweizer Arzt als Mentor zur Seite gestellt. Die Mentoren unterstützen die angehenden Ärzte bei der Studien-, Berufs- und Lebensplanung. «Die Rückmeldungen zu dieser Idee sind positiv», sagt Bildungsdirektor Stefan Kölliker. Der Hausärzteverein St. Gallen und Umgebung etwa begrüsst die Mitwirkungsmöglichkeiten und bietet Unterstützung an, wie er gestern mitteilte. Das Lotsenprogramm soll mithelfen, darauf hinzuwirken, dass der Ärztenachwuchs dann auch tatsächlich in der Ostschweiz arbeitet.

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