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Heiden würdigt Startätowierer

Die Tattoo-Legende Herbert Hoffmann hat seinen Nachlass der Ausserrhoder Kantonsbibliothek vermacht. Heiden veranstaltet nun eine Ausstellung.
Nathalie Grand/sda
Der Tätowierer Herbert Hoffmann lebte 30 Jahre in Heiden. (Bild: Coralie Wenger)

Der Tätowierer Herbert Hoffmann lebte 30 Jahre in Heiden. (Bild: Coralie Wenger)

Heiden/Trogen. «Herbert Hoffmann hat seinen Nachlass testamentarisch der Kantonsbibliothek Appenzell Ausserrhoden in Trogen vermacht. Dort wird dem Nachlass im wahrsten Sinne des Wortes Sorge getragen», erklärt Margrit Bürer, Leiterin des Ausserrhoder Amtes für Kultur. Kantonsbibliothekarin Heidi Eisenhut sei bestrebt, den Nachlass öffentlich zugänglich zu machen. So ist als Auftakt eine Ausstellung in Heiden in Vorbereitung.

Ausstellung und Convention

In einem Veranstaltungshinweis schreibt Heidi Eisenhut dazu: «Herbert Hoffmann verbrachte die letzten 30 Jahre seines Lebens in Heiden. Sein künstlerischer Nachlass ist kulturgeschichtlich bedeutsam durch Fotoaufnahmen von tätowierten Menschen aller sozialen Schichten.»

Der Nachlass der europäischen Tattoo-Legende Hoffmann wird vom 21. Mai bis 13. Juni im Kursaal von Heiden gezeigt. Ende Mai wird das Biedermeierdorf im Appenzeller Vorderland zudem zum Treffpunkt für Tattoo-Begeisterte: Am 28. und 29. Mai findet die «Herbert Hoffmann Tattoo Convention» statt.

Tätowierte Fingerspitzen

«Nach und nach wurde mein Körper zu einem richtigen Bilderbuch. Zu meinem siebzigsten Geburtstag liess ich mir beide Hände bis zu den Fingerspitzen ganz voll tätowieren», erzählte Hoffmann Ende 2009.

Am 30. Dezember 2009 feierte die Legende der Tattoo-Kunst seinen 90. Geburtstag. Bis zu seinem Lebensende im Juni letzten Jahres entwarf der immer noch rüstige Herr mit weissem Rauschebart ständig neue Pläne.

Sein Terminkalender war randvoll. Er nahm an Tattoo-Messen in ganz Europa teil, wurde als Gastdozent eingeladen und besuchte Ausstellungen.

Mitte der 1980er-Jahre hatte Hoffmann beschlossen, in Pension zu gehen. Ohne Wehmut liess er das wilde Hamburger Stadtviertel St. Pauli hinter sich und zog in ein kleines Häuschen im ausserrhodischen Heiden, das er von einem Freund geerbt hatte.

Untätig war Hoffmann in seinem Leben nie. Neben einer 350seitigen Familienchronik veröffentlichte er unter anderem den Fotoband «Bilderbuch-Menschen. Tätowierte Passionen 1878 bis 1952». Hoffmann hielt darin nicht nur ein faszinierendes Kaleidoskop bunter Haut, sondern auch ein wichtiges Stück Tätowier-Geschichte fest.

Von St. Pauli nach Heiden

Der Gründer der ältesten Tätowier-Stube Deutschlands legte bis zu seinem Tod immer noch selbst Hand an. Im November 2009 fand in einem St. Galler Tattoo-Studio der erste «Anker-Tag» statt. Der Besitzer des Studios stach die Hoffmann-Anker. Herbert Hoffmann selbst setzte mit der Nadel seine Signatur unter sein Markenzeichen. (sda)

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