Heftige Reaktion

«In drei Beiträgen zum St. Galler Geothermieprojekt werden die Erkenntnisse, die aus dem gescheiterten Projekt gewonnen werden konnten, in diesem Buch wissenschaftlich aufgearbeitet», sagt Toni Bürgin.

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«In drei Beiträgen zum St. Galler Geothermieprojekt werden die Erkenntnisse, die aus dem gescheiterten Projekt gewonnen werden konnten, in diesem Buch wissenschaftlich aufgearbeitet», sagt Toni Bürgin. Und diese Arbeiten könnten gemäss dem Museumsdirektor auch in einer wissenschaftlichen Zeitschrift veröffentlicht werden.

Geschichte der Tiefbohrung

Die drei Beiträge erzählen die Geschichte der Tiefbohrung GT-1, dank der irgendwann Strom produziert und das St. Galler Fernwärmenetz hätte gespeist werden sollen. Die Bohrung erreichte eine Tiefe von 4250 Metern unter Terrain, respektive eine Länge von 4450 Metern, schreibt der Geologe und Redaktor des Berichtebands Henry Naef. Die Bohrung gelang ohne grössere Schwierigkeiten. Jene Bereiche, in denen das notwendige Warmwasser erwartet worden war, wurden erfolgreich stimuliert. Dabei kam es zu einem unkontrollierten Gasausbruch und aufgrund der folgenden Bekämpfungsmassnahmen zu einem spürbaren Erdbeben der Magnitude 3.5. Zusammen mit der fehlenden Ergiebigkeit der Wasserförderung bedeutete das das Ende des Projekts.

Zu viel der Stimulation

Dank der Bohrung konnten wertvolle geologische Profile am Südrand des Ostschweizer Molassebeckens erschlossen werden, die Naef im Band zeigt. «Trotz unerfüllter Hoffnungen konnten viele neue, wissenschaftliche Erkenntnisse gewonnen werden», schreibt Naef. «Nicht vorgesehen und mit den verfügbaren Daten nur schwer vereinbar war dagegen die Tatsache, dass man hier ein System aktiv vorgespannter Störungen angetroffen hat». Dieses habe sensibel und unerwartet heftig auf die vergleichsweise bescheidene hydraulische Stimulation reagiert. (Kn.)