Heftige Niederschläge
Unwetter in der Ostschweiz: 110 Schadensmeldungen im Kanton Thurgau und 20 Feuerwehreinsätze im Kanton St.Gallen

Am Montagabend ist es auch in der Ostschweiz wieder zu heftigen Niederschlägen gekommen. Besonders betroffen waren die Region Wil und der Kanton Thurgau. So flutete das Unwetter etwa die Autobahn bei Wil.

David Grob und Daniel Walt
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Die Szenen könnten nicht unterschiedlicher sein: Jubelnde Menschenmengen auf den Strassen am späten Montagabend, nachdem die Schweizer Nationalmannschaft das Land in einen Freudentaumel versetzt hat. Nur kurz zuvor hingegen: Leere Strassenzüge, als ein Unwetter über die Schweiz hinwegfegte und auch die Ostschweiz nicht verschonte. Der Kanton Thurgau wurde heftig getroffen: Mehr als 10'000 Blitze gingen auf Kantonsgebiet nieder, wie Meteonews in einer Medienmitteilung schreibt. Nur im Kanton Zürich wurden schweizweit mehr Blitzschläge verzeichnet.

Die Autobahn bei Wil wurde überflutet

Das Unwetter sorgte für zahlreiche Einsätze. Die Bilanz: 110 Schadensmeldungen im Kanton Thurgau, 20 im Kanton St.Gallen.

Besonders betroffen: Die Region Wil. Gemäss Florian Schneider, Mediensprecher der St.Galler Kantonspolizei, ging um 19:50 Uhr die Meldung ein, dass die Autobahn zwischen Wil und Münchwilen unter Wasser stehe. In der Folge wurde die Feuerwehr aufgeboten, eine Spur war gesperrt, der Unterhaltsdienst musste die Fahrbahnen reinigen, die Autobahneinfahrt in Richtung Zürich war zwischenzeitlich ganz gesperrt. Erst um 22:50 Uhr war die Autobahn wieder geräumt.

Im ganzen Kanton St.Gallen hat es 20 Feuerwehreinsätze gegeben, zumeist wegen Wasser in Gebäuden und Kellern. «Die Mehrheit stammt aus der Region Wil», sagt Schneider. Weitere Einsätze im Kanton betrafen umgestürzte Bäume. So in Grabs, Gams und Eschenbach. In der Stadt St.Gallen kam es zu einem kurzen Hagelsturm im Bereich der Stadtautobahn, wie folgendes Video aus dem Bereich Kybunpark zeigt:

Video: Leserreporter

Die Stadtpolizei St.Gallen bestätigt auf Anfrage den Hagel, der über dem Westen der Stadt niedergegangen ist. Auf Stadtgebiet sei es zu keinerlei Einsätzen gekommen, weder von der Polizei noch von der Feuerwehr, sagt Mediensprecher Dionys Widmer. Und Schneider bilanziert:

«Der Kanton St.Gallen ist glimpflich davongekommen.»

Wasser in Thurgauer Liegenschaften

Zu deutlich mehr Schadensmeldungen kam es im Kanton Thurgau: 110 Schadensfälle meldet die Kantonspolizei Thurgau für den Kanton zwischen 19:30 Uhr und Dienstagmorgen in einer Medienmitteilung. Der Grossteil betreffe Wassereinbrüche in Häuser, sagt Michael Roth, Mediensprecher der Kantonspolizei auf Nachfrage. Die meisten Notrufe verzeichnete die Zentrale zwischen 19:30 Uhr und 21 Uhr ein, nachdem die Gewitterfront aus südwestlicher Richtung teils Starkregen und Hagel mit sich brachte. «Betroffen waren vor allem die Region um Schlatt sowie Gebiete aus dem Hinterthurgau, dem Mittelthurgau und vereinzelt Gemeinden im nördlichen Teil des Kantons», heisst es in der Mitteilung. Roth ergänzt auf Nachfrage:

«Vereinzelt ist es auch zu Einsätzen wegen umgestürzten Bäumen oder Dreck und Schlamm gekommen.»

Das Appenzellerland blieb hingegen weitgehend verschont. Weder die Kantonspolizei Innerrhoden noch ihr Ausserrhoder Pendant verzeichneten Notrufe, Schadensmeldungen oder Einsätze. Einzig Herisau sei von einem Hagelzug gestreift worden.

Nach dem Gewitter ist vor dem Gewitter

Heute Vormittag bleibt es vorerst ruhig. Doch in der Romandie baut sich bereits die nächste Gewitterfront auf, wie Meteonews in einer Medienmitteilung schreibt. Der Wetterdienst erwartet die Gewitterlinie am Nachmittag in der Nordostschweiz.