Hauseigentümerverband zählt bald 30 000 Mitglieder

BERNECK. Der kantonale Hauseigentümerverband St. Gallen (HEV) freut sich an der Delegiertenversammlung in Berneck über zwei Nein des Volks zu mehr Steuern und rüstet sich für den weiteren politischen Kampf. Die Zahl der Mitglieder nähert sich 30 000.

Fritz Bichsel
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BERNECK. Der kantonale Hauseigentümerverband St. Gallen (HEV) freut sich an der Delegiertenversammlung in Berneck über zwei Nein des Volks zu mehr Steuern und rüstet sich für den weiteren politischen Kampf. Die Zahl der Mitglieder nähert sich 30 000.

«Hocherfreut» beginnt Walter Locher, HEV-Präsident und FDP-Kantonsrat, seinen Bericht mit den Nein zu einer nationalen Erbschaftssteuer und zu ansteigenden Vermögenssteuersätzen im Kanton St. Gallen vor wenigen Tagen. Beigetragen habe Einigkeit im bürgerlichen Lager und unter Wirtschaftsverbänden sowie die Übereinstimmung der Kantonsregierung mit HEV und Wirtschaft. Walter Locher ruft die Hauseigentümer auf, nicht auszuruhen. Gegen weitere «linke Heilslehren» mit Initiativen für Grundeinkommen, Sozialisierung von Bodenflächen oder mehr subventionierten Wohnbau gelte es, «Angriffe auf das Eigentum und unseren Wohlstand geschlossen abzuwehren». Im Kanton St. Gallen kämpft der HEV für den neuen Einfluss des Kantonsrates auf den Richtplan und damit auf Baulandreserven. Das wollen SP und Grüne mit dem Referendum rückgängig machen.

«Eigentum bewahren»

Regierungspräsident Benedikt Würth hat es mit dem Grusswort diesmal einfacher, weil sich auch die Kantonsregierung gegen höhere Vermögenssteuern aussprach. Bei vorangegangenen Abstimmungen hatte sie sich gegen Initiativen des HEV für tiefere Steuern auf dem Eigenmietwert gestellt. Hier müssen sich die Hauseigentümer nun mit kleiner Entlastung bei nicht genutztem Wohnraum und in Härtefällen begnügen. Im Grundsatz aber ist der Volkswirtschaftsdirektor mit dem HEV-Präsidenten einig: «Leistungsanreize nicht abbauen und den Kerngehalt des Eigentums bewahren für Investitionssicherheit als Motor von Wirtschaftsentwicklung und Wohlstand.»

100 Jahre und 30 000 Mitglieder

Zum Anstossen auf die Abstimmungserfolge sind die 60 Delegierten im Weingut Schmid richtig. Der Tagungsort war allerdings bereits vorher festgelegt. Nicht absehbar war, dass anstelle des in Untersuchungshaft genommenen Gemeindepräsidenten Vizepräsidentin Margrit Wellinger den HEV in Berneck willkommen heissen würde.

Für Vorhersehbares ist der Hauseigentümerverband gewappnet. Kassier Karl Güntzel berichtet von einer guten Finanzlage. Das ermöglichte, den Fonds für Aktionen und Kampagnen mit gut 100 000 Franken wieder zu füllen und weitere 20 000 Franken für das 100-Jahr-Jubiläum 2017 zurückzulegen. Bis dahin will der HEV auf mindestens 30 000 Mitglieder wachsen. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl um 1200 auf 29 300, derzeit liegt sie bei fast 29 600.

Der HEV bietet Mitgliedern umfassende Dienstleistungen bis zu Liegenschaftsverwaltung oder Hypotheken. Gegen aussen aber steht wegen des grossen Einflusses von Gesetzen und Steuern die Politik im Vordergrund. Das zeigt sich auch bei den Gästen an der DV: zwei Nationalräte, Kantonsrats- und Regierungspräsident, Präsident des Gemeindepräsidentenverbandes, mehrere Präsidenten von Parteien und Fraktionen.