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Hausdurchsuchung in Paracelsus-Klinik

Swissmedic hat in mehreren Kantonen Razzien wegen illegaler Zellpräparate durchgeführt. Es geht um Arzneimittel, die aus Lämmern oder Ferkeln hergestellt werden. Betroffen sind auch zwei Institute in Appenzell Ausserrhoden.
Andri Rostetter

TEUFEN. Die Heilmittelbehörde Swissmedic und das Bundesamt für Gesundheit (BAG) gehen mit einer gemeinsamen Aktion gegen illegale Präparate aus tierischen Zellen vor. In mehreren Kantonen wurden Razzien durchgeführt und Strafverfahren eröffnet. Das berichtete gestern die «Rundschau» von SRF.

Ins Visier der Behörden geraten sind auch zwei Institute in Teufen. Gegen die Paracelsus-Klinik wurde ein Verfahren eingeleitet, wie Staatsanwalt Thomas Bürgi auf Anfrage bestätigt. Gemäss Informationen, die unserer Zeitung vorliegen, läuft zudem ein Verfahren gegen die Dr. Schittenhelm Pharma GmbH in Teufen. Die 2011 gegründete Firma ist spezialisiert auf massgefertigte medizinische Produkte aus tierischen Zellen. Firmengründer Rudolf Schittenhelm war von 2010 bis 2011 Chefapotheker der Paracelsus-Klinik. Heute arbeitet er unter anderem für die Apotheke-Drogerie Weiss in Wil.

«Potenziell gefährlich»

Präparate aus tierischen Organen werden vor allem als Anti-Aging-Präparate angepriesen. Die Wirkung ist jedoch umstritten. «Wir haben keinen Hinweis gefunden, dass solche Produkte einen Nutzen haben könnten», sagte Urs Schneeberger, Leiter Heilmittelrecht beim BAG, gegenüber der «Rundschau». Im Gegenteil: Die Bundesbehörden warnen vor gravierenden Nebenwirkungen. «Diese Produkte stammen aus tierischen Organen und sind potenziell gefährlich.» So könnten Krankheiten vom Tier auf den Menschen übertragen werden oder die Injektion könnte allergische Reaktionen auslösen. «Wir wollen nicht warten, bis etwas passiert», sagte Schneeberger.

Die von der «Rundschau» konfrontierten Anbieter von Zelltherapien bestritten die Vorwürfe. Ihre Produkte seien nicht gesundheitsgefährdend. Thomas Rau, Chefarzt und Verwaltungsrat der Paracelsus-Klinik, sagte gestern auf Anfrage unserer Zeitung: «Unsere Zell-Extrakte sind zu 100 Prozent legal und vom Kanton bewilligt.» Auch Schittenhelm habe während seiner Zeit in der Paracelsus-Klinik keine illegalen Präparate hergestellt. Schittenhelm selber sagte, die Untersuchung sei für ihn «sehr unangenehm». Er habe sich beim Ausserrhoder Gesundheitsdepartement vergewissert, dass seine Präparate legal seien. «Die Untersuchung von Swissmedic ist meines Erachtens eine Überreaktion.»

Hochburg Genfersee-Region

Als Hochburg für Zellpräparate aus tierischen Organen gilt laut der «Rundschau» die Genfersee-Region. Wichtiger Anbieter ist die Firma Lab Dom Suisse Inc. von Mike Chan in Genf. Chan war von 2012 bis 2014 Mehrheitsaktionär und kurzzeitig Verwaltungsratspräsident der Paracelsus-Klinik. Laut Paracelsus-Verwaltungsrat Rau besteht heute keine Verbindung mehr zwischen der Klinik und Chan.

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