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Kommentar

Zweikampf in der Thurgauer SVP: Hausammann riskiert mehr als nur seine Karriere

Leitartikel zur Nominierung von Markus Hausammann und Jakob Stark als Thurgauer Ständeratskandidaten.
David Angst
David Angst, Chefredaktor der Thurgauer Zeitung. (Bild: Ralph Ribi)

David Angst, Chefredaktor der Thurgauer Zeitung. (Bild: Ralph Ribi)

Die Parteileitung der SVP Thurgau setzt auf ein Zweierticket. Sie nominiert Nationalrat Markus Hausammann und Regierungsrat Jakob Stark als mögliche Ständeratskandidaten. Entscheiden muss die Delegiertenversammlung am 19. Februar 2019. Was mehr überrascht: Markus Hausammann fehlt auf der Nationalratsliste. Falls er nicht für den Ständerat nominiert wird, so bedeutet dies das Ende seiner nationalen politischen Karriere.

Markus Hausammann und Jakob Stark: Dieser Vorschlag ist auf den ersten Blick logisch und nachvollziehbar. Nachdem sich der Reihe nach Peter Spuhler, Diana Gutjahr, Monika Knill und Verena Herzog aus dem Rennen genommen haben, sind nur noch diese beiden übrig geblieben. Einen eindeutigen Favoriten gibt es unter ihnen nicht. Stark ist seit zwölf Jahren Regierungsrat, Hausammann in seiner zweiten Amtsperiode Nationalrat, dazu seit 2010 Präsident des Thurgauer Bauernverbandes.

Dass die Parteispitze den Delegierten ein Zweierticket präsentiert, ist aufgrund dieser Ausgangslage naheliegend – es hat aber einen Nachteil: Es wird einen Verlierer geben. Nach der Wahl wird entweder ein amtierender Nationalrat oder ein Regierungsrat frustriert sein, vielleicht gar politisch ramponiert. Es gab auch schon Verlierer, die sich nach einer solchen Enttäuschung nach und nach aus der Politik zurückgezogen haben.

Diesen Schritt nimmt Markus Hausammann gleich vorweg, indem er klar signalisiert: Falls ich nicht für den Ständerat nominiert werde, will ich auch nicht mehr Nationalrat sein. Hausammann sagt auf Anfrage, dies sei sein persönlicher Entscheid gewesen. Dies verdient einerseits Respekt. Hier weiss einer, was er will. Er verfolgt ein klares Ziel, ohne Netz und doppelten Boden. Der Entscheid zeugt aber auch von einer gewissen Tollkühnheit. Hausammann riskiert damit, seine politische Karriere auf nationaler Ebene auf einen Schlag zu beenden.

Nicht nur für Hausammann steht aber viel auf dem Spiel. Eine Nationalratsliste ohne Markus Hausammann ist auch für die SVP Thurgau riskant. Sie verliert dort nach dem Rücktritt von Hansjörg Walter ein weiteres Zugpferd. Als amtierender Nationalrat hat Hausammann eine grössere Medienpräsenz als die meisten, die jetzt auf der Liste sind.

Ideal ist diese Konstellation deshalb für die SVP sicher nicht. Natürlich sagt Parteipräsident Ruedi Zbinden, dass die SVP den dritten Sitz auch ohne Markus Hausammann verteidigen kann. Das muss er ja sagen. In Stein gemeisselt ist dies jedoch noch nicht, das weiss er auch. Auch wenn die Partei mit einem Wählerpotenzial von 40 Prozent mit Abstand die stärkste Partei ist, so sind es eben doch nur 40 Prozent. Man muss kein begabter Rechner sein um zu erkennen, dass es die richtige Listenverbindung oder zumindest Proporzglück braucht, um die Hälfte aller Sitze zu erobern

Es müsste also im Interesse der Parteileitung gewesen sein, eine Lösung zu finden, bei der alle Optionen offen geblieben wären und Markus Hausammann wieder für den Nationalrat hätte kandidieren können. Eine Möglichkeit wäre gewesen, die Besetzung der Nationalratsliste zu verschieben, bis der Ständerats-Entscheid gefällt gewesen wäre.

Warum keine solche Lösung zustande kam, sagen die Involvierten nicht so genau. Es wäre sicher interessant gewesen, als Mäuschen im Weinfelder Gasthaus «Zum Trauben» zu sein, als dort am Donnerstag die Sitzung der Parteileitung stattfand.

Die Versammlung, an der sich die Delegierten der SVP zwischen Hausammann und Stark entscheiden müssen, findet wie gesagt am 19. Februar 2019 statt. Es dauert also noch fast vier Monate. Gestern hat der Vorwahlkampf zwischen zwei gleich starken Gegnern aus der gleichen Partei begonnen. Für einmal haben wir im Thurgau also fast so etwas wie amerikanische Verhältnisse.

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