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Happige Vorwürfe: Die St.Galler Gastrofirma PSG hat Ärger in Luzern

Die St.Galler Gastrofirma PSG hat Löhne und Pachtzinsen nicht bezahlt – deren Chef betont, wie gut es laufe.
Simon Mathis
Die Meinungen zum Hotel-Restaurant Seeburg gehen bei Pächter und Besitzer auseinander. (Bild: Manuela Jans-Koch, Luzern, 13. Juni 2019)

Die Meinungen zum Hotel-Restaurant Seeburg gehen bei Pächter und Besitzer auseinander. (Bild: Manuela Jans-Koch, Luzern, 13. Juni 2019)

Im Stadtluzerner Hotel-Restaurant Seeburg scheint der Haussegen schiefzuhängen. Die Besitzer des Hotels kündigten der derzeitigen Pächterin, der PSG Gastro AG aus St.Gallen, schon ein Jahr nach Vertragsbeginn. Die PSG focht die Kündigung vor dem Bezirksgericht an. Die Kündigung sei rechtmässig, entschied das Gericht vor wenigen Tagen. Nun zeigt sich: Im Streit ging es wohl um weitaus mehr, als nur um Nachtlärm und unschöne Textilüberdachungen.

Eine Person, die mit den Begebenheiten vertraut ist, ihren Namen allerdings nicht in der Zeitung lesen will, weist unsere Zeitung auf zahlreiche Missstände hin, welche die PSG verursacht habe. Schon früh sei der Pachtzins, den die PSG an die Seeburg Hotels AG entrichten sollte, ausgeblieben – und zwar über Monate. Weiterhin habe die Pächterin es versäumt, den Lohn diverser Mitarbeiter zu zahlen. Die Besitzer des Hotels seien in die Bresche gesprungen und hätten den Lohn gezahlt. Der Informant spricht gar davon, dass die PSG bis Ende 2017 gegen 50 Kündigungen ausgesprochen habe. Und schliesslich habe es unter der Pächterin vermehrt Reklamationen zur Restauration und zu den Hotelevents gegeben.

«Die Marke Seeburg hat stark gelitten»

Die Besitzerin des Hotels Seeburg kann die Hauptvorwürfe unserer Quelle auf Anfrage bestätigen. «Es ist so, dass der Pachtzins früh ausblieb», sagt Martin Koller, Präsident der Seeburg Hotels AG. Und tatsächlich hätten sie gewissen Mitarbeitern mit dem Lohn unter die Arme gegriffen. «Es handelte sich um langjährige Mitarbeiter, die noch unter unserer Leitung wertvolle Dienste leisteten», so Koller.

Gastronom in der Kritik

Das Unternehmen PSG mit Hauptaktionär und Namensgeber Peter Schildknecht steht nicht zum ersten Mal in Kritik: Ruhepausen werden ignoriert, Trinkgeld vorenthalten, Überstunden nicht abgegolten oder ungerechtfertigte Kündigungen ausgesprochen, so die Vorwürfe seitens der Mitarbeiter. Das nach eigenen Angaben grösste private Gastronomie-Unternehmen der Ostschweiz betreibt in St.Gallen unter anderem die Lokremise-Gastronomie oder das Restaurant Marktplatz. (nh)

Auch verschiedene Kündigungen durch die PSG seien der Besitzerin bekannt. «Das beschäftigt uns», sagt Koller.

«Die damit verbundenen persönlichen Schicksale gehen uns nahe, hatten wir doch unter unserer Leitung ein gutes Arbeitsklima und als Folge davon eine tiefe Personalfluktuation.»

Doch die Vorkommnisse hätten nicht nur eine bedauerliche menschliche Komponente. «Durch das Verhalten der aktuellen Pächterin hat die Marke Seeburg stark gelitten», hält Martin Koller fest. «Das konnten wir nicht mehr zulassen. Deshalb haben wir das Pachtverhältnis aufgelöst.»

Pächter spricht von «Erfolgsgeschichte»

Ganz anders tönt es bei Peter Schildknecht, dem Hauptaktionär der PSG Gastro AG. Mit dem Besitzer des Hotels Seeburg habe er ein sehr gutes Verhältnis, schreibt er auf Anfrage. Zu den Vorwürfen nimmt er keine Stellung:

«Ich will und muss die Öffentlichkeit nicht nutzen, um Diskussionen zu führen.»

Die PSG sei drauf und dran, mit der Seeburg eine Erfolgsgeschichte zu realisieren. «Die Gastronomie wie zum Beispiel die Sunset-Bar hat im laufenden Jahr fast den dreifachen Umsatz erreicht wie etwa in den Jahren 2015, 2016 und 2017.» Auch die Hotellerie habe zu einem Höhenflug angesetzt – das Unternehmen erwarte im Jahr 2019 ausgezeichnete Zahlen. Auch habe es in dieser Saison keine Anzeigen betreffend Ruhestörungen und Sonstigem gegeben.

«Wir sind noch lange bereit, für den Erfolg der Seeburg jeden Tag unser Bestes zu geben», betont Peter Schildknecht. Ob die PSG das Urteil des Bezirksgerichts weiterzieht, lässt er offen.

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