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Hanselmann zu den Sparplänen des Spital-VR: "Beschlossen ist noch nichts"

Der Verwaltungsrat der St.Galler Spitalverbunde will in fünf von neun Spitälern die stationäre Abteilung schliessen. Nun muss sich die Regierung mit dem Vorschlag befassen: Gesundheitschefin Heidi Hanselmann im Interview.
Adrian Vögele
Gesundheitschefin Heidi Hanselmann (Bild: Regina Kühne)

Gesundheitschefin Heidi Hanselmann (Bild: Regina Kühne)

Heidi Hanselmann, erst vor vier Jahren hat das Volk über die Erneuerung der Spitalbauten abgestimmt. Haben Sie damit gerechnet, dass bereits nach derart kurzer Zeit wieder Standorte auf dem Spiel stehen?

Hanselmann: Die Rahmenbedingungen haben sich seit 2014 stark verändert. So hat der Bundesrat beispielsweise zweimal die Tarmed-Tarifstruktur angepasst. Hinzu kam die Vorgabe, dass die Spitäler mehr ambulant statt stationär behandeln müssen. Auch davon wusste man vor vier Jahren nichts. Zudem haben wir nach wie vor keine kostendeckenden Tarife. Dies alles kumuliert sich, sodass die finanzielle Lage der Spitäler mittel- bis langfristig erheblich schwieriger wird. Und das schweizweit, nicht nur im Kanton St. Gallen. Das soll keine Entschuldigung sein, es ist lediglich eine Feststellung.

Nun steht der Vorschlag im Raum, die stationäre Versorgung in fünf von neun St. Galler Spitälern zu streichen und damit Geld zu sparen. Was sagen Sie dazu?

Dieses Grobkonzept hat der Verwaltungsrat der Spitalverbunde entwickelt. Die Regierung hat den Vorschlag zur Kenntnis genommen. Für einen Entscheid über die künftige Spitalstrategie fehlen uns noch wichtige Grundlagen. Der Verwaltungsrat nimmt eine rein unternehmerische Perspektive ein. Die Regierung wird nun auch gesundheits- und finanzpolitische Fragen klären. Beispielsweise fallen bei einer Spitalschliessung die Behandlungskosten ja nicht einfach weg, viel mehr fallen sie einfach an einem anderen Spital an. Die Kantone müssen sich an jeder stationären Behandlung mit 55 Prozent der Kosten beteiligen, ob diese in einem eigenen oder in einem ausserkantonalen Spital erfolgt. Auch wird die Regierung nicht über den Vorschlag des Verwaltungsrats allein diskutieren.

Wenn es im Kanton St. Gallen nur noch ein Spital mit stationärer Abteilung pro Spitalverbund gäbe, bräuchte es dann in diesen Zentrumsspitälern mehr Kapazitäten?

Davon gehe ich aus und gemäss Grobkonzept des Spitalverwaltungsrates ist das auch so. Ohne Ausbau würden in den Regionen nicht genügend Kapazitäten zur Verfügung stehen. Auch diese Auswirkungen werden wir in der Gesamtbeurteilung anschauen.

Nun ist aber die Erneuerung der St. Galler Spitäler bereits in vollem Gang, das Volk hat dafür eine Milliarde Franken gesprochen. Was passiert nun? Gibt es per sofort einen Baustopp, bis die neue Strategie feststeht?

Nein. Über eine Neuorganisation der Spitalstandorte müsste das Kantonsparlament entscheiden. Beschlossen ist jedoch noch nichts.

Denken Sie, dass sich die finanziellen Rahmenbedingungen für die Spitäler schweizweit in den kommenden Jahren wieder verbessern werden?

Es ist schwierig, hier eine Prognose abzugeben. Wir müssen erreichen, dass die Spitäler kostendeckende Tarife erhalten. Derzeit herrscht diesbezüglich ein unhaltbarer Zustand. In der Privatwirtschaft käme es niemandem in den Sinn, Leistungen zu Preisen anzubieten, die die Kosten nicht decken. Hinzu kommt, dass deutliche Unterschiede innerhalb der Schweiz bestehen. Beim Tarmed-Taxpunktwert gibt es ein Gefälle von West nach Ost, St. Gallen hat den zweittiefsten Tarif. Das ist wettbewerbsverzerrend und muss sich ändern.

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