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HALLENBÄDER: Regionaler Verbund für Hallenbäder gefordert

In der Region Appenzell Ausserrhoden, St. Gallen, Bodensee sollen künftig die öffentlichen Hallenbäder im Verbundmodell geführt werden. Diese Lösung empfiehlt eine am Freitag veröffentlichte Studie der Regio.
Eine Studie verlangt, dass die Hallenbäder in der Region (hier das Blumenwies in St.Gallen) im Verbund betrieben werden. (Bild: Urs Bucher)

Eine Studie verlangt, dass die Hallenbäder in der Region (hier das Blumenwies in St.Gallen) im Verbund betrieben werden. (Bild: Urs Bucher)

Regio Appenzell Ausserrhoden-St.Gallen-Bodensee umfasst 47 Appenzeller, St. Galler und Thurgauer Gemeinden, und es gibt sechs Hallenbäder. Sie stehen in Gossau, Herisau, Wittenbach, Speicher und St. Gallen − Volksbad und Blumenwies.

Die Infrastrukturen der meisten Bäder stammten aus den 1960-er und 1970-er Jahren, heisst es in einer Mitteilung von Regio. Sanierungen und Modernisierungen seien unumgänglich. Im Bad in Herisau wurden sie bereits vorgenommen.

Für Sanierung und Erweiterung des Blumenwies-Bades hat der St.Galler Stadtrat soeben eine Wettbewerbsausschreibung zuhanden des Parlaments verabschiedet. Darin werden die entsprechenden Kosten allein für dieses Bad mit 36 Millionen angegeben.

Um alle Bäder in der Region auf Vordermann zu bringen, müsse laut Mitteilung mit Investitionen von rund 100 Millionen Franken gerechnet werden. Dazu kämen die jährlichen Betriebskosten. Diese hohen Belastungen wollten die Standortgemeinden nicht mehr allein tragen.

Regio-Geschäftsleiter Rolf Geiger erinnerte gegenüber der Nachrichtenagentur sda etwa an die Gemeinde Degersheim, die ihr Bad 2014 aus Spargründen schloss. Und ob sich Wittenbach ohne Verbundlösung weiterhin ein Hallenbad leisten könne, sei unsicher.

Suche nach finanzierbaren Lösungen

Aus diesem Grund strebt Regio Appenzell AR − St. Gallen -Bodensee eine neue Lösung an und gab eine Studie bei der BPM Sports Management GmbH in Auftrag. Sie kam zum Schluss, das beste wäre ein Verbundmodell für sämtliche sechs Bäder. Solche Verbundmodelle gibt es in anderen Kantonen bereits für einzelne Hallenbäder. Wie Geiger sagte, wäre es aber wohl da erste Mal schweizweit, dass gleich sechs Bäder zu einem Verbund gehörten.

Diese regionalen Bäder würden auch regional finanziert − zumindest teilweise. Gemäss Mitteilung müsste der grösste Teil der Kosten weiterhin von den Standort-Gemeinden aufgebracht werden. Die jeweiligen Investitionskosten müssten sie vollumfänglich tragen.

Entlastet würden sie bei den Betriebskosten: 50 Prozent der Betriebskosten-Defizite würden von den Verbundgemeinden gedeckt. Um die Mittel dafür aufzubringen, würde aus jeder Verbundgemeinde ein jährlicher Pro-Kopf-Beitrag in einen Hallenbad-Fonds fliessen.

Nicht alle ziehen mit

Den Gemeinden wurde der Vorschlag der regionalen Betriebsbeiträge zur Stellungahme unterbreitet, wie es in der Mitteilung heisst. Nicht alle sind davon begeistert. Immerhin: Insgesamt knapp die Hälfte der Bevölkerung in der Region habe sich dafür ausgesprochen, sagte Geiger − rund 140'000 von rund 285'000 Personen. Es sei «erfreulich, dass der Solidaritätsgedanke an diesem Punkt stehe».

Die Ablehnung einzelner Gemeinden sei aber «völlig legitim und nachvollziebar», sagte Geiger. So sage sich manche, man habe ja ein Freibad, der staatliche Auftrag des Schulschwimmens sei erfüllt. Man sei nicht bereit, Hallenbad-Eintritte zu subventionieren.

Der Verbund umfasse am Ende nur die Gemeinden, die ihm beitreten wollten. Und nur die Einwohner der Verbundsgemeinden profitierten von günstigeren Eintrittspreisen. Die anderen müssten «substanziell höhere Preise» bezahlen.

Nachfolgestudie

Als Nächstes wird nun eine Nachfolgestudie erarbeitet. Dabei geht es um die Umsetzung einer Verbundslösung, um ein kostendeckendes Tarifsystem und um Möglichkeiten, um Badegäste aus den Verbundsgemeinden − mit günstigeren Eintrittspreisen − von jenen aus Nicht-Verbundsgemeinden einfach unterscheiden zu können.

Ob eine Gemeinde dem Verbund beitreten will oder nicht, dürfte wohl in den meisten Fällen der jeweilige Gemeinderat entscheiden, so Geiger. Je nach dessen Finanzkompetenz habe allenfalls die Bürgerversammlung das letzte Wort. Entschieden werden soll laut Geiger innert ein bis zwei Jahren. (sda)

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