Haft für Heroinschmuggler

Ein Bregenzer muss knappe fünf Jahre Haft absitzen. Seine Einkäufe tätigte er vorwiegend in der Schweiz.

Christiane Eckert
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Im August wurde ein 26jähriger Heroindealer in Feldkirch verurteilt. Insgesamt muss der zehnfach Vorbestrafte knappe fünf Jahre hinter Gitter. Er brachte mit Zug und Bus im grossen Stil Heroin nach Vorarlberg und verkaufte es.

Nun war sein Komplize an der Reihe. Gestern wurde der 25jährige Pole wegen Heroinschmuggels, -verkauf, -konsum und einiger Einbruchsdiebstähle zu insgesamt drei Jahren Haft verurteilt. Als Teenager im Alter von 13 Jahren hat der heute siebenfach Vorbestrafte bereits mit Drogen begonnen. Sein Vater war schwerer Alkoholiker und schlug den Buben. Danach wechselten sich Phasen der Abstinenz mit Phasen des Konsums ab.

Anfang 2016 verlor der Mann seine Arbeitsstelle, hatte kein Geld mehr für den Stoff und begann deshalb zu dealen. «Wir kauften fast täglich beim Albaner oder Serben ein», erinnert sich der Angeklagte. Der Albaner sei der Billigere gewesen. 150 Euro für fünf Gramm. Zu Hause in Vorarlberg verkaufte man das Gramm für 100 Euro, manchmal auch billiger.

Riskante Fahrten in die Ostschweiz

Die beiden jungen Männer fuhren regelmässig mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Schweiz, um Heroin zu kaufen – Hauptumschlagsort war Goldach.

Als man den polnischen Angeklagten mehrmals hintereinander in der Schweiz wegen Schwarzfahrens im Zug erwischte, befürchtete er aufzufliegen. Weil das Heroin in der Schweiz aber viel billiger ist, kam er trotzdem zurück. Zuletzt war der Mann finanziell so angeschlagen, dass er in Waschsalons einbrach und zehn Euro aus einem Opferstock in Hard stahl. Der Beschuldigte versuchte im Prozess, die angeklagten Heroinmengen niedrig darzustellen. Der Schöffensenat sah jedoch den Schmuggel von 975 Gramm Heroin sowie den Verkauf von 400 Gramm als erwiesen an. Hinsichtlich der Einbrüche war der Mann geständig. Das Urteil – drei Jahre Haft – ist nicht rechtskräftig.

Was die Einnahmen aus den Drogengeschäften betrifft, wurde ein Betrag von 28 000 Euro für verfallen erklärt. Da der Mann den Betrag innerhalb der Frist von fünf Jahren nicht bezahlen können wird, bleibt diese Forderung wohl ohne Folgen. Eine Therapie wird der Abhängige erst machen können, wenn er bedingt aus der Haft entlassen worden ist.