«Hätten früher suchen müssen»

Die Fischzuchtanlage Rorschach schützt und fördert die Artenvielfalt der Wassertiere. Doch der Baurechtsvertrag für die Anlage ist bereits 2011 abgelaufen – erst kürzlich hat der Kanton eine mögliche Alternative gefunden.

Jeanette Herzog
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Das Lager und insbesondere die wichtige Kälteanlage entsprechen nicht mehr dem aktuellen Standard. (Bild: Urs Bucher)

Das Lager und insbesondere die wichtige Kälteanlage entsprechen nicht mehr dem aktuellen Standard. (Bild: Urs Bucher)

Lachse, Meerforellen und Störe sind in der Schweiz bereits ausgestorben. Im Gebiet des Bodensees soll Nasen, Äschen und Seeforellen nicht dasselbe Schicksal ereilen. «Wir versuchen in der Fischzuchtanlage die Defizite in den Gewässern zu kompensieren, die unsere Gesellschaft mit Gewässerverbauungen, Gewässerverschmutzungen, Wasserkraftnutzungen und anderen Eingriffen verursacht», sagt Michael Kugler, Fachbereichsleiter Fischerei des Kantons St. Gallen. Ziel ist es, die natürlichen Gewässerlebensräume der Fische zu erhalten oder wiederherzustellen. Zugleich soll die Artenvielfalt der einheimischen Wassertiere gefördert und geschützt werden. So sieht es der Bundesauftrag vor.

Seit über fünfzig Jahren ist die Fischzuchtanlage im Neuseeland in Rorschach angesiedelt. Am 19. Oktober 2011 ist der Baurechtsvertrag, der 1961 unterzeichnet wurde, abgelaufen. Und doch steht die Anlage noch immer an ihrem angestammten Platz.

Der Kanton habe es «verschlafen», sich rechtzeitig, um einen alternativen Standort zu kümmern, tönen Berufsfischer an. Entsprechend froh sind die Fischer nun, dass der Kanton mittlerweile eine mögliche Lösung gefunden hat – auch wenn der Standort nicht in unmittelbarer Seenähe liegt. Das neue kantonale Fischereizentrum soll in Steinach realisiert werden Der Neubau samt Pumpwerk und Landkauf beliefe sich auf 12,8 Millionen Franken. Der Entscheid obliegt dem Kantonsrat. Sagt er Ja, könnte das neue Fischereizentrum 2015 in Betrieb genommen werden. Spricht der Kantonsrat das Geld nicht, vermag der Kanton den Gesetzesauftrag nicht mehr zu erfüllen.

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