Häftling starb an Medikamenten-Cocktail

SALEZ. Ein 34-Häftling, der am 29. Juli tot in seiner Einzelzelle in der Strafanstalt Saxerriet aufgefunden worden ist, starb an einer Atemlähmung. Diese wurde durch einen Medikamenten-Mix in Kombination mit Heroin hervorgerufen. Das ergab eine Obduktion.

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Blick in eine Zelle der Strafanstalt Saxerriet. (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

Blick in eine Zelle der Strafanstalt Saxerriet. (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

Am Sonntagmorgen, 29. Juli 2012, ist in der Strafanstalt Saxerriet ein 34-jähriger Insasse tot in seiner Zelle gefunden worden. Da der Amtsarzt keine äusseren Verletzungen feststellen konnte, ordnete die Staatsanwaltschaft eine Untersuchung der Todesursache beim Institut für Rechtsmedizin an.

«Das ist die übliche Vorgehensweise in einem solchen Fall», sagt Manfred Moser, leitender Staatsanwalt beim Untersuchungsamt Altstätten. Da die Rechtsmediziner keine Verletzungen der Organe und auch keine Krankheiten beim Toten feststellen konnten, wurde eine toxikologische Untersuchung eingeleitet. Dabei stellte sich heraus, dass der 32-Jährige an einem Medikamenten-Cocktail in Kombination mit Heroin-Missbrauch gestorben ist. Der Häftling wäre am Tag nach seinem Tod entlassen worden.

Doch wie kamen die Drogen in die Strafanstalt? Joe Keel, Leiter des St.Galler Amts für Justizvollzug: «In einem offenen Vollzug haben die Insassen auch Kontakte zu aussenstehenden Personen. Selbstverständlich werden die Personen und Zellen regelmässig kontrolliert, aber wir werden nie in der Lage sein, eine lückenlose Kontrolle zu erstellen.» Laut dem toxikologischen Bericht wäre der Insasse an den Medikamenten alleine, die ihm von einem Arzt verschrieben wurden, nicht gestorben. Erst durch das Heroin wurde die Mischung tödlich.

Für die Staatanwaltschaft ist das Strafverfahren damit abgeschlossen. Manfred Moser: «Wir haben keine Hinweise auf Dritteinwirkung gefunden. Und letztlich ist für uns unerheblich, ob es sich beim Todesfall um Suizid oder einen Unfall handelt.» Auch für das Gefängnispersonal hat der Tod des Insassen laut Joe Keel keine weiteren Konsequenzen. Er sagt: «Alle haben sich ordnungsgemäss verhalten.» (rr)