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Gymnasium steht unter Schock

APPENZELL. Ein tragischer Todesfall und ein nicht ganz freiwilliger Rücktritt: Das Gymnasium in Appenzell steht kurz vor den Sommerferien ohne Führung da. Die Schüler werden früher in die Ferien geschickt.
Roger Fuchs
Roman Walker War seit August 2012 Rektor am Gymnasium in Appenzell (Bild: apz)

Roman Walker War seit August 2012 Rektor am Gymnasium in Appenzell (Bild: apz)

Landammann und Erziehungsdirektor Roland Inauen hat Tränen in den Augen: So hat er sich das Schuljahresende am Gymnasium St. Antonius in Appenzell nicht vorgestellt. Rektor Roman Walker verlässt die Schule per Ende Monat – laut Communiqué «in gegenseitigem Einvernehmen». Prorektor Diego Bauer, der als interimistischer Rektor die Arbeit hätte fortsetzen sollen, schied in der Nacht auf Dienstag freiwillig aus dem Leben. In welchem Zusammenhang der Tod steht, ist nicht bekannt. Der Familienvater mit Jahrgang 1971 hinterlässt zwei kleine Kinder.

Das Gymnasium in Appenzell steht damit kurz vor den Sommerferien ohne Schulleitung da. Der heutige Sporttag wurde abgesagt, stattdessen wird es eine Gedenkfeier für Bauer geben. Anschliessend werden die Schülerinnen und Schüler einen Tag früher als geplant in die Ferien geschickt.

Schulleitung reformieren

Zu den Gründen des Abgangs von Roman Walker wurde Stillschweigen vereinbart. So viel allerdings steht fest: Seit einigen Monaten läuft ein Reformprozess für die Schulleitung. In diesen Prozess involviert waren nebst Landammann und Erziehungsdirektor Roland Inauen und seinem Departement auch die Landesschulkommission und die Standeskommission als Wahlbehörde des Rektors und Prorektors.

Im Rahmen des Reformprozesses hatte die Standeskommission am 9. Juni entschieden, die Stelle für einen zweiten Prorektor zu bewilligen. Ebenfalls im Rahmen dieses Prozesses wurden Gespräche mit Roman Walker über seine Zukunft an der Schule geführt. Dabei habe sich herauskristallisiert, dass Walker die Schule verlassen werde und Diego Bauer interimistisch die Leitung übernehmen soll, sagt Roland Inauen, der Bauer in den höchsten Tönen lobt.

In dieser Woche sei geplant gewesen, den per Ende Juli in gegenseitigem Einvernehmen beschlossenen Rücktritt von Walker zu kommunizieren, so dass Lehrerschaft und Eltern gewusst hätten, wie es weitergeht. Doch es kam anders. Nach dem Tod von Diego Bauer Anfang Woche wurde entschieden, zuerst diese Nachricht zu kommunizieren. Gestern folgte dann die Meldung zu Walkers Rücktritt.

Vorwurf der Vetternwirtschaft

Walker war seit August 2012 Rektor. Bereits seine Wahl hatte damals für Diskussionen gesorgt. Er hatte sich gegen den damaligen Prorektor Harald Sprenger durchgesetzt. In Leserbriefen verschafften Eltern ihrem Ärger Luft. Da der Vater von Walker ein Parteikollege des früheren CVP-Erziehungsdirektors Carlo Schmid ist, wurde über allfällige Zusammenhänge spekuliert. Von offizieller Seite wurde dies aber klar zurückgewiesen.

Interne Übergangslösung

Landammann Roland Inauen spricht von einer «Extremsituation», in der man sich jetzt kurz vor den Ferien befinde. «Wir haben nun weder einen Rektor noch einen Prorektor», sagt er. Die Wahl eines zweiten Prorektors sei sistiert worden, obschon durchaus gute Bewerbungen eingegangen seien.

Gestern nachmittag traf sich Inauen mit der Landesschulkommission. Nun wird versucht, eine interne Übergangslösung zu finden. Roman Walker war für die Medien gestern nicht sprechbar. Er sei aber noch an der Schule, so dass eine saubere Übergabe stattfinden könne.

Roland Inauen Innerrhoder Landammann und Erziehungsdirektor (Bild: apz)

Roland Inauen Innerrhoder Landammann und Erziehungsdirektor (Bild: apz)

Das Gymnasium St.Antonius in Appenzell hat kurz vor den Ferien keine Schulleitung mehr. Mit Hochdruck wird nach einer Übergangslösung gesucht. (Bild: Roger Fuchs)

Das Gymnasium St.Antonius in Appenzell hat kurz vor den Ferien keine Schulleitung mehr. Mit Hochdruck wird nach einer Übergangslösung gesucht. (Bild: Roger Fuchs)

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