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Gymnasium Marienburg schliesst

THAL. Das seit 80 Jahren existierende Gymnasium Marienburg stellt auf Ende des Schuljahres 2011/2012 den Betrieb ein. Grund sind in erster Linie die rückläufigen Schülerzahlen. Das Sparpaket der St.Galler Regierung und der Rückzug der Steyler Missionare haben den Schliessungsentscheid beschleunigt.
Vorbei mit Lernen: Die Marienburg stellt ihren Betrieb ein. (Bild: Archiv/Sam Thomas)

Vorbei mit Lernen: Die Marienburg stellt ihren Betrieb ein. (Bild: Archiv/Sam Thomas)

Der Stiftungsrat sieht laut einer Mitteilung unter den gegebenen Bedingungen keine Möglichkeit für eine gesicherte Zukunft der Schule. Er hat deshalb die Schliessung des Gymnasiums an seiner Sitzung vom 19. Oktober formell beschlossen. «Der Stiftungsrat bedauert den Entscheid und dankt dem Lehrkörper, den Steyler Missionaren, Schülerinnen und Schülern, Eltern und Behörden für die jahrelange Mitarbeit und das entgegengebrachte Vertrauen», heisst es in der Mitteilung.

Maturaprüfung anderswo ablegen
Der Schulbetrieb bleibt laut der Schulleitung uneingeschränkt bis Ende Schuljahr gewährleistet. Der Entscheid werde bewusst rechtzeitig kommuniziert, damit die heutige 5. Klasse die Gewissheit habe, die Maturaprüfung ohne Zeitverlust an einer anderen Schule absolvieren zu können. Dafür seien drei Semester an der gleichen Schule nötig.

«Diese Zeit haben wir nicht mehr»
Zu den rückläufigen Schülerzahlen schreibt das Gymnasium, aktuell zähle es noch 72 Schüler. «Für eine betriebswirtschaftlich gesunde Grösse würden 105 Schüler benötigt», so die Institution. Diese Zahl könne die Marienburg in ein oder zwei Jahren mit allen Anstrengungen nicht wieder erreichen. «Wir müssten fünf Jahre investieren, um diese Grösse allenfalls mit Kooperationen anzustreben. Diese Zeit haben wir nicht mehr», so die Leitung. Die tiefen Schülerzahlen haben zu einem Defizit in der laufenden Rechnung geführt. Die soziale Schulgeldregelung habe diese Situation zusätzlich erschwert. Eltern profitieren von einem differenzierten und einkommensmässig abgestuften Schulgeld. «Die Einnahmensausfälle konnten schon bisher nur mit Mühe durch Spenden oder freiwillige Beiträge kompensiert werden.» Weitere Finanzquellen konnten zwar erschlossen werden, aber sie reichten nicht aus, um die angespannte Finanzlage nachhaltig zu entschärfen, wie die Schule mitteilt. Eine Massnahme wäre die Erhöhung der Schulgelder. Dies lehnt der Stiftungsrat prinzipiell ab: es habe bisher dem Gedanken der Marienburg entsprochen, bewusst eben auch Schüler aus finanziell schwächeren Familien auszubilden. Ein Gymnasium nur für Gutverdienende und Bessergestellte will der Stiftungsrat nicht.

«Nicht realistisch»
Die Steyler Missionare, welche die Schule aufgebaut haben, erteilen aktuell nur noch wenige Schulstunden. Ihr Schwerpunkt liegt heute in der Pfarreiseelsorge der Umgebung. Zudem seien die baulichen Massnahmen enorm, damit die Schule für weitere Jahre operativ tätig sein könnte. «Es müssten mindestens eine Million Franken investiert werden, damit der Schulbetrieb gesichert wäre. Dieser Betrag ist nicht realistisch», teilt die Schule mit. Zudem habe der St.Galler Kantonsrat mit dem Sparpaket im vergangenen Februar die Beiträge für St.Galler Schüler am Gymnasium Marienburg merklich gekürzt. «Dies löste eine existenzielle Gefährdung des Gymnasiums aus, was nun anlässlich des Businessplanes deutlich zum Ausdruck kommt», so die Schule. Die Sparmassnahmen liessen sich auch nach Verhandlungen mit dem Bildungsdepartement aus heutiger Sicht nicht sofort rückgängig machen. Dieses Geld fehle für die kommenden Jahre. Es sei dem Stiftungsrat nicht gelungen, die finanziellen Mittel innerhalb eines halben Jahres auszugleichen, damit der Schulbetrieb auf eine gesunde finanzielle Basis gestellt werden kann.

Geordnetes Ende
Der Stiftungsrat hat beschlossen, dass eine Projektgruppe den geordneten Ausstieg sicher stellt, damit für alle Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer und alle Angestellten eine einvernehmliche Lösung gefunden werden kann. «Wir bedauern, dass es uns in den vergangenen Jahren nicht gelungen ist, genügend Schüler zu akquirieren», teilt die Schule abschliessend mit. (pd/red.)

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