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15'000 Mahlzeiten täglich: Die Gymnaestrada in Vorarlberg erfordert viel Organisationstalent

Über 18'000 Teilnehmer aus 69 Nationen treffen sich zurzeit in Vorarlberg zur Gymnaestrada, dem grössten Turnfest der Welt. Die 15'000 Turnerinnen und Turner schlafen in den Klassenzimmern von 72 Vorarlberger Schulgebäuden und werden täglich bekocht.
Gernot Grabher
Eröffnung der Gymnaestrada im Dornbirner Stadion Birkenwiese. (Bild: Horst Huber)Eröffnung der Gymnaestrada im Dornbirner Stadion Birkenwiese. (Bild: Horst Huber)
Eröffnung der Gymnaestrada im Dornbirner Stadion Birkenwiese. (Bild: Horst Huber)Eröffnung der Gymnaestrada im Dornbirner Stadion Birkenwiese. (Bild: Horst Huber)
Eröffnung der Gymnaestrada im Dornbirner Stadion Birkenwiese. (Bild: Horst Huber)Eröffnung der Gymnaestrada im Dornbirner Stadion Birkenwiese. (Bild: Horst Huber)
Eröffnung der Gymnaestrada im Dornbirner Stadion Birkenwiese. (Bild: Horst Huber)Eröffnung der Gymnaestrada im Dornbirner Stadion Birkenwiese. (Bild: Horst Huber)
Eröffnung der Gymnaestrada im Dornbirner Stadion Birkenwiese. (Bild: Horst Huber)Eröffnung der Gymnaestrada im Dornbirner Stadion Birkenwiese. (Bild: Horst Huber)
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Selbst Tonga turnt in Dornbirn

Vor vier Jahren traf sich die Turnwelt noch in Helsinki. Dieses Jahr ist das verhältnismässig kleine Dornbirn Austragungsort der Weltgymnaestrada. Im Verbund mit anderen Gemeinden, der öffentlichen Hand und vor allem dem Mittun von über 1700 freiwilligen Helfern bewältigte es die logistische Riesenaufgabe klaglos. Die wegen Schlechtwetters auf Donnerstag verschobene Eröffnungsfeier bewies dies besonders eindrucksvoll. Über 25'000 Besucher, für die grosse Zusatztribünen errichtet werden mussten, zog die Veranstalter in das Dornbirner Stadion Birkenwiese

Allein der Einzug der bunten Delegationen zog sich fast eineinhalb Stunden hin, die Gäste aus aller Welt lösten Beifallsstürme aus. Besonders herzlich wurden die Schweizer Turner von den rund 25'000 Zuschauern begrüsst. Die Eidgenossen stellten mit über 3000 Teilnehmern die zahlenmässig stärkste Gruppe, gefolgt von Deutschland mit über 2200 und Finnland mit gut 1500 Turnerinnen und Turnern aller Altersklassen.

Die Turnfamilie der vertretenen 69 Nationen begrüsste der Stadionsprecher jeweils mit Willkommensworten in ihrer Landessprache, auch den 600 Brasilianer wurden herzlich applaudiert. Sogar die kleinsten Trupps von Usbekistan mit vier Teilnehmern bis Tonga mit zwei Gästen wurden in ihren Landessprachen begrüsst. Optisch auffällig waren die Turnermädchen hinter der Flagge von Katar. Die kleinen Wüstenprinzessinnen hatten für den grossen Auftritt ihre Landestracht angelegt.

15'000 Essen werden
 täglich zubereitet

Die offizielle Begrüssung beim Fest auf der Birkenwiese nahm Marie-Luise Hinterauer, Präsidentin des Organisationskomitees, vor. Sie bedankte sich vor allem bei den über 1700 freiwilligen Helfern, welche die Grossveranstaltung erst ermöglichten. Hinterauer traf mit der Feststellung «Die Welt braucht Emotionen, die Gymnaestrada bietet sie» den Nagel auf den Kopf. Morinari Watanabe, Präsident des Weltturnverbandes, bedankte sich vor allem bei der Bevölkerung Vorarlbergs für die gastliche Aufnahme der 16. Weltgymnaestrada, die nach 2007 zum zweiten Male in Dornbirn stattfindet.

Eine besondere Herausforderung sind die täglich 15'000 Essen, die in Hallen der Dornbirner Messe an die Internationalen ausgeteilt werden müssen. Küchenchef Roland König von der Seidl Catering GmbH sagt:

«Wir haben schon vor zwei Jahren mit der Planung der Organisation begonnen. Schliesslich müssen wir etwas kochen, das allen schmeckt.»

Sein Team serviert die ganze Woche jeden Mittag insgesamt 1,5 Tonnen Salat und je 1,5 Tonnen Beilagen und Fleisch – und dies nicht auf Papptellern, sondern auf Porzellan. Auch für Vegetarier wird extra angerichtet.

Schlafplätze finden die Teilnehmer vor allem in Schulen, an einigen wurde deshalb das Zeugnis einen Tag früher verteilt. In den Klassenzimmern von 72 Vorarlberger Schulgebäuden finden rund 15'000 Turnerinnen und Turner aus aller Welt mindestens eine Liege für die Nacht, etwa 3000 Gäste fangen in Hotels im Vorarlberger Rheintal ein Bett. Lustenau war die Hochburg der Schweizer, im Ort wimmelte es die ganze Woche von Gruppen in roten Shirts und grauen Kappen, die sich vor allem an den Bushaltestellen der Linien nach Dornbirn drängten.

Die Gesamtkosten der Gymnaestrada in Vorarlberg betrugen rund 11 Millionen Euro. Eine besondere Belastung war das für das Nachbarland nicht, da die meisten der Teilnehmerdelegationen für die Kosten selbst aufkamen. Für Abordnungen, die das Geld für lange Reisen nicht aufkommen konnten, sprangen eine Reihe von Vorarlberger Unternehmern ein. Bei politischen Ausreiseproblemen setzte das Organisationskomitee auch die diplomatische Ebene erfolgreich in Bewegung.

Bejubelte Schweizer 
Seniorengruppe

Dornbirn war zwar das Zentrum der Gymnaestrada, zahlreiche Veranstaltungen bestritten die Turnergäste aber auch in Bregenz, Feldkirch, Rankweil oder Götzis. Die Grenzgemeinde Höchst war eine Woche lang in der Hand der Finnen und Armenier. Die Rheindeltagemeinde hatte eine Woche lang für den Festplatz im Zentrum die Hauptdurchgangsstrasse gesperrt. Die Bevölkerung blieb trotzdem freundlich und viele der Turner lernten in Höchst so nebenbei auch noch das Radfahren. Viel Beifall gab es auch für die im Lustenauer Parkstadion auftretenden Schweizer, geradezu bejubelt wurde eine Seniorengruppe, die eine improvisierte Bergkulisse aufbaute.

Mit der Organisation war die Schweizer Delegation rundum zufrieden. «Alles super», sagte ein kleiner Turner aus Solothurn, der in Lustenau auf den Bus wartete. «Merci vielmol», hiess der Tenor der Schweizer Gruppe, die in einer Lustenauer Schule das Frühstück mit frischen Brötchen aus einer nahen Bäckerei genoss.

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