Kommentar
Guter Journalismus hat einen Wert

Auf unserer Onlineplattform tagblatt.ch werden kostenpflichtige Inhalte neu transparenter mit dem Stichwort «abo+» gekennzeichnet. Lesen Sie hier, warum wir das tun.

Stefan Schmid
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Stefan Schmid, Chefredaktor St.Galler Tagblatt.

Stefan Schmid, Chefredaktor St.Galler Tagblatt.

Die Corona-Pandemie hat uns wieder einmal den Wert der Gesundheit gelehrt. Sie hat uns vorgeführt, wie wichtig es ist, sich auf stabile Institutionen verlassen zu können. Und sie hat uns gezeigt, was Bürgersinn zu leisten vermag. Es wären Dutzende Lehren anzufügen, und es werden noch manche dazukommen, denn noch ist ein Ende dieser Krise nicht zu erkennen.

Eine Lehre aber ist bestimmt diese: Verlässliche Information ist und bleibt der Brennstoff der öffentlichen Debatte und das Schmiermittel unserer Gesellschaft. Denn nur wer sich aus verlässlichen Quellen informiert, der kann aktuelle Ereignisse auch richtig einordnen. Letztlich schafft Information, kritisch recherchiert und reflektiert, Orientierung und Vertrauen. Und sie ermöglicht damit ein erspriessliches Zusammenleben.

Guter Journalismus hat also für die Gesellschaft als Ganzes einen Wert. Einen so hohen sogar, dass Medienhäuser – zusammen mit Spitälern und Lebensmittelläden – von einigen Ländern während der jüngsten Krise als systemrelevant eingestuft wurden.

Was für die Gesellschaft richtig ist, stimmt auch für jeden Einzelnen. Denn jeder weiss, dass ein Text, eine Grafik oder auch ein Bild ganz individuellen, persönlichen Nutzen stiften kann. Weil man nach der Lektüre mehr weiss, die Hintergründe besser versteht, sich selber besser eine Meinung bilden kann. Weil man informiert mitreden kann. Weil man sich womöglich ärgert. Oder vielleicht amüsiert.

Die Corona-Krise hat uns gelehrt: Gerade in Zeiten der Unsicherheit hat Journalismus auch für den Einzelnen einen hohen Nutzen, einen hohen Wert. Nicht jeder Text ist für jeden gleich wertvoll. Aber in der Summe hat Journalismus in dieser Krise nicht nur mehr Leserinnen und Leser interessiert als in den Monaten und Jahren zuvor; es waren auch mehr Leserinnen und Leser bereit, für Journalismus zu zahlen.

Was einen Wert hat, darf auch etwas kosten. Denn es muss finanziert werden. Die Inhalte unseres Online-Portals tagblatt.ch waren schon zuvor nicht gratis. Nach drei Klicks musste man sich registrieren, nach dem sechsten Klick innerhalb eines Monats ein Abo lösen. Das Problem dabei war, dass die Leserinnen und Leser nicht erkennen konnten, weshalb jetzt gerade bei diesem oder jenem Text die Bezahlschranke kommt.

Ab dem heutigen Tag ist das anders: Texte, Videos und Grafiken, die nur Registrierten und Abonnenten zugänglich sind, sind neu klar mit einem «abo+» gekennzeichnet. Wir glauben, dass das auch die Inhalte sind, für die es sich lohnt, ein Abonnement zu lösen. Das so genannte Freemium-Konzept erlaubt es uns, besser zu verstehen, was Leserinnen und Leser wirklich interessiert. Es hilft uns also, nicht am Publikum vorbeizuschreiben.

Bisherige Abonnentinnen und Abonnenten müssen nichts unternehmen – wie schon bisher sind für sie alle Texte kostenlos. Neue Leserinnen und Leser werden zunächst zu einer Registrierung aufgefordert, später erhalten sie ein Abonnement angeboten. Hier geht's zum Abo-Shop.

Wir hoffen, möglichst viele davon zu überzeugen. Denn wenn uns die Corona-Krise schon wieder einmal gezeigt hat, wie wichtig Journalismus für unser Zusammenleben ist und wie stark auch ein Einzelner von unseren Angeboten profitieren kann, so sind wir als Medienmacher darauf angewiesen, dies auch finanzieren zu können.

Guter Journalismus hat einen Wert. Für uns als Gesellschaft und für jede Leserin und jeden Leser. Ab heute ist dieser noch transparenter erkennbar. Und stösst – hoffentlich – auf noch mehr Interesse. Denn die Leserin und der Leser sind Sie. Und ohne Leser ist Journalismus nichts.