Gut gemeint, aber wenig zielführend

Länger zu arbeiten, ohne dafür mehr Lohn zu erhalten, kann bei einem international tätigen Industriekonzern wie Bühler durchaus Sinn machen. Diese Massnahme bewirkt per sofort eine Erhöhung der Produktivität und eine Senkung der Lohnstückkosten. Das Unternehmen wird konkurrenzfähiger.

Hans Suter
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Länger zu arbeiten, ohne dafür mehr Lohn zu erhalten, kann bei einem international tätigen Industriekonzern wie Bühler durchaus Sinn machen. Diese Massnahme bewirkt per sofort eine Erhöhung der Produktivität und eine Senkung der Lohnstückkosten. Das Unternehmen wird konkurrenzfähiger. Alternativen wären Lohnsenkungen und das Verlagern von Stellen ins günstigere Ausland. Ob längere Arbeitszeiten ebenso bei einer Gemeinde Sinn machen, ist indes zu bezweifeln. Eine Politische Gemeinde ist nicht Teil des klassischen Wertschöpfungsprozesses und steht nicht im internationalen Wettbewerb. Die Gemeinde Uzwil wollte aus reinem Herzen ein Zeichen der Solidarität setzen. Ungewollt öffnete sie aber die Büchse der Pandora: Jeder Unternehmer kann sich dem Beispiel Uzwils folgend auf die vielbeschworene Solidarität berufen und unreinen Herzens seine Mitarbeitenden ohne Bezahlung länger arbeiten lassen.

hans.suter@wilerzeitung.ch

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