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Grüne setzen auf graue Panther

Die St. Galler Grünen steigen im Herbst mit einer Seniorenliste in den Wahlkampf. Separate Listen gelten oft als zweitklassig. Was erhofft sich die Partei?
Regula Weik
Thomas Schwager, Präsident St. Galler Grüne. (Bild: Regina Kühne)

Thomas Schwager, Präsident St. Galler Grüne. (Bild: Regina Kühne)

Seniorenliste? Das tönt wenig verlockend. Wer mag schon als alt gelten? Und überhaupt: Wann ist jemand alt? Die St. Galler Grünen setzen im Herbst dennoch auf drei Listen: eine Hauptliste, eine Liste der Jungen – und eben eine Seniorenliste. Eine pure Alibiübung oder eine reine Supporteraktion für die Hauptliste?

Thomas Schwager, Präsident der kantonalen Grünen, winkt ab: «Gute Politik entsteht dann, wenn sich neben der aktuellen Generation auch die nächste und die vorherige einbringen.» Denn: «Wenn es um die Zukunft geht, müssen alle Generationen nach Lösungen suchen und diese umsetzen helfen.» Sei es im Gesundheitswesen, in der Altersvorsorge und «erst recht bei der Bewältigung der Klimakrise».

Schwager hat Jahrgang 1964 – und ist somit zu jung für die graue Grünenliste. Nach Kandidatinnen und Kandidaten gefragt, blockt der Parteipräsident ab. Nur soviel: «Die Liste steht.» Sie werde kommende Woche präsentiert. Finden sich prominente Personen darauf? Oder stehen die aussichtsreichsten Kandidierenden ausschliesslich auf der Hauptliste? Schwager lässt sich nicht aufs Glatteis führen: «Jede Kandidatin ist auf ihre, jeder Kandidat auf seine eigene Weise prominent, im Sinne von herausragend.»

Sechs Frauen, sechs Männer, Jahrgänge 1941 bis 1956

Die Jahrgänge der Kandidierenden bewegen sich zwischen 1941 und 1956. Sie hätten «kein genaues Cut-off-Alter» definiert, sagt Schwager. Das AHV-Alter sollte aber «in Reichweite» sein.

Zwei Drittel der Kandidatinnen und Kandidaten haben parlamentarische Erfahrung, teils langjährige. Und: Es finden sich sechs Frauen und sechs Männer auf der Liste, die gleiche Geschlechterverteilung wie auf der Hauptliste. Die jungen Grünen scheren aus; bei ihnen dominieren die Frauen mit sieben Kandidatinnen. Die Hauptliste führt die St. Galler Stadtparlamentarierin Franziska Ryser an, die Liste der Jungen die Bäckerin und Zweitweg-Maturandin Rebekka Schmid. Da die Grünen wiederholt von einer «Klima- und Frauenwahl» im Herbst gesprochen haben, dürfte auch eine Frau an der Spitze der Seniorenliste stehen.

«Jede grüne Stimme macht andere grüner»

Die Grünen haben im Herbst eine Niederlage wettzumachen; 2015 verloren sie ihren Nationalratssitz. Erhoffen sie sich von der Seniorenliste einen zusätzlichen Mobilisierungseffekt? Sämtliche 36 Kandidatinnen und Kandidaten hätten dasselbe Ziel: «Ein grüner St. Galler Sitz soll mithelfen, in Bern verstärkt den grünen Takt anzugeben», sagt Schwager.

Balthasar Glättli, Nationalrat und Co-Präsident der nationalen Wahlkampfleitung, hatte den St. Gallern im Frühling Mut gemacht: Mit ihrer starken Liste sei die Rückeroberung des Sitzes «in greifbarer Nähe». Schweizweit wollen die Grünen vier bis fünf Sitze zulegen – der St. Galler Sitz wäre also ein willkommener Beitrag ans nationale Wahlziel.

Auf die Frage, was die Seniorenliste konkret dazu beitragen könne, verweist der Präsident auf den Nachbarkanton Thurgau. Dort hätten die grauen Panther bei den Nationalratswahlen 2015 gegen 30 Prozent des gesamten grünen Stimmenpotenzials abgeholt. «Vielleicht hätte es uns gereicht, den Sitz zu halten, wenn wir damals den Fächer schon weiter geöffnet hätten.»

Schwager ist darüber hinaus überzeugt: Jede Stimme für eine grüne Liste trage dazu bei, dass auch die anderen Parteien grüner würden – «ausser der SVP vielleicht».

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