«Grüntal», Altstätten: Ungezwungen schlemmen am Bahnhof

Wer schon einmal mit dem Zug durch Altstätten gefahren ist, kennt das «Grüntal». Das rote Gebäude direkt am Bahnhof ist nämlich nicht zu übersehen.

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Wer schon einmal mit dem Zug durch Altstätten gefahren ist, kennt das «Grüntal». Das rote Gebäude direkt am Bahnhof ist nämlich nicht zu übersehen. Früher ein einfaches Quartierrestaurant, ist es mittlerweile eine der besten kulinarischen Adressen in der Gegend - dem unermüdlichen Engagement des Chefs sei Dank.

Der Fitnessteller bleibt

Seit bald 20 Jahren kocht Fredi Koller («mit einfachem i») im Restaurant, das schon seinen Eltern gehörte. In all den Jahren hat er gelernt, was den Leuten gefällt.

Und dass er im Rheintal zwar durchaus Spezielles kochen kann, aber dennoch das Schnipo und den Fitnessteller auf der Karte lassen sollte. Denn das «Grüntal» ist nicht nur Gourmet, hier geht ein vielschichtiges Publikum ein und aus, und dank der ungezwungenen, bistroähnlichen Atmosphäre fühlen sich auch alle schnell wohl. Bei unserem Besuch klopft vorne eine Seniorinnengruppe einen Jass, Männer am Stammtisch trinken Bier.

Hinten besprechen Geschäftsleute Wichtiges, Pärchen geniessen einen Abend zu zweit, und ein paar Tennisspieler bestellen am späten Abend einen (zweiten?) Znacht.

Wein mit Herzchen

Kulinarisch bietet Koller einen marktfrischen Querschnitt durch die saisonale Küche. Die Gerichte sind bürgerlich und gewitzt, so kombiniert Koller zum Beispiel Bündner Capuns mit asiatischem Wok-Gemüse. Die Karte wechselt alle paar Wochen, aber die «Dauerbrenner» bleiben.

Wir starten mit der Vorspeisen-Empfehlung, einem Salat, umgeben von Poulet-Tortilla, geräucherter Forelle, Thunfisch auf Ingwer und weiteren Häppchen (19.-). Eine grosse Geschmacksreise auf einem einzigen Teller. Ebenso probieren wir das Pastinakensüppli mit geräucherter Entenbrust und Kren (10.-). Die Suppe kommt mit Augenzwinkern, nämlich in einem schrägen Teller, daher und schmeckt würzig und köstlich. Zur Hauptspeise gibt's die Riesencrevetten am Spiess mit Wok-Gemüse und Reis (38.

-) sowie das Lammfilet mit Amarone-Schalotten, Ratatouille und Speckkartoffeln (35.-). Speck zum Filet, das ist etwas gar viel Fleisch, doch beides schmeckt vorzüglich. Wir trinken dazu einen Wein mit Herzchen: Fredi Koller liebt gute Tropfen, und in der (lesenswerten!) Weinkarte markiert er seine Lieblinge mit einem Herzchen. Der Blauburgunder aus der Rebhof-Linie vom Weingut Schmidheiny enttäuscht uns nicht.

Mini, Midi oder Maxi

Die Portionen sind grosszügig, der Hunger ist gestillt, doch wir wollen noch den Dessertteller probieren, den es in drei Grössen gibt. Die Maxi-Variante (15.-, mit zwei Löffeln) ist wiederum eine Entdeckungsreise, von Toblerone-Mousse über Mangosorbet bis zum Nussparfait. Gerne hätten wir noch die Auswahl an Ostschweizer Rohmilchkäse probiert, doch wir sind satt und kommen lieber wieder.

Unser Eindruck: Ob einfaches Schnipo oder raffiniertes Mehrgangmenu: Im ungezwungenen «Grüntal» funktioniert beides, und beides schmeckt.

Roger Berhalter

Grüntal, Altstätten Kriessernstrasse 38, 9450 Altstätten Fredi Koller, 071 755 19 44 www.gruental-altstaetten.ch Öffnungszeiten: Sonntag und Montag geschlossen Karte: Vorspeisen 7.- bis 18.-, Hauptspeisen 26.- bis 47.-, Mittagsmenus ab 18.-

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