Grosse Betroffenheit und Wut

Der Anschlag auf die Satirezeitschrift «Charlie Hebdo» schockiert. Auch zwei Ostschweizerinnen waren zum Zeitpunkt des Attentats in der Metropole.

René Rödiger/Alexandra Pavlovic
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Der Anschlag auf die Satirezeitschrift «Charlie Hebdo» schockiert. Auch zwei Ostschweizerinnen waren zum Zeitpunkt des Attentats in der Metropole.

Die Altstätter CVP-Politikerin Patricia Mattle ist derzeit für ihren Arbeitgeber, eine Versicherung, in Paris und sass in ihrem Büro, als sie eine Push-Meldung auf dem Handy erhielt. «Die getöteten Journalisten waren Menschen des öffentlichen Lebens. Jeder hier kannte ihre Gesichter», sagt Mattle. Die Tat sei in einem Quartier passiert, in dem sie ausserdem regelmässig im Ausgang sei. «Ich kenne jede Strasse und auch Personen, die dort wohnen. Ein Polizist wurde sogar vor der Haustüre einer meiner Freundinnen ermordet.» Als die Altstätterin gestern durch Paris zur Arbeit ging, hatte sie dennoch kein mulmiges Gefühl. «Es ist eher eine grosse Betroffenheit und Wut», sagt sie.

Die 22jährige Geschichtsstudentin Mirjam Mayer weilt derweil für ein Erasmus-Semester in Paris. Die St. Gallerin war am Mittwoch an einer Kundgebung auf der Place de la République. «Diese war mit Tausenden Menschen verschiedener Altersgruppen besetzt», sagt sie. Viele hätten Plakate von «Charlie Hebdo» oder Banner mit dem Schriftzug «Je suis Charlie» in der Hand gehalten. Sie könne sich durchaus vorstellen, an eine weitere Kundgebung zu gehen. «Es hat mir sehr viel Mut gegeben zu sehen, dass sich die Leute von einer solchen Tat nicht einschüchtern lassen oder mit Hass oder Wut reagieren.» Seine Beunruhigung könne man auch auf friedliche Weise kundtun.