Grillieren und feiern in der Warteschlange

Die Schlange reicht am Donnerstag vor Beginn des OpenAirs bis zum Schwimmbad Lerchenfeld: Wer einen guten Platz für sein Zelt ergattern will, der muss sich diesen verdienen mit ein paar Stunden anstehen. "Gehört dazu", sagen die Festivalbesucher. Tagblatt online hat bei den letzten in der Schlange die Stimmung abgecheckt.

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Thomas Dörflinger (20), Wil, und Simon Nef (20), Wil/Bronschhofen. (Bild: chs)

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Die beiden sitzen gemütlich mitten auf dem Trottoir auf ihren Camping-Stühlen: "Anstehen hat sein ganz besonderes Feeling, es gehört einfach zum OpenAir dazu", sagen Thomas Dörflinger und Simon Nef. Seit 10 Uhr stehen sie an und bilden eine Weile lang fast das Schlusslicht der über einen Kilometer langen Schlange bis zum Festival-Gelände. Doch lange sind sie nicht zuhinterst, laufend stossen hier vor dem Schwimmbad Lerchenfeld neue OpenAir-Besucher dazu. "Für uns fängt das OpenAir eben schon vor dem OpenAir an." Insgesamt sind sie neun in ihrer Gruppe und schleppen jede Menge Material ins Sittertobel. "Wir haben Zelte, Schlafsäcke und vier Pavillons dabei." Ob sie dann auch alles wieder mit nach Hause nehmen würden, werde sich zeigen. "Die Gummistiefel haben ich mir extra heute Morgen noch gekauft", sagt Simon Nef.

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Nicht in Schräglage schlafen

Kian Schmutz (17), Rahel Stocker (17), Silvan Eberle (17), Tim Geisser (16), Tobias Nydegger (19) und Sophie Thomas (17), alle aus Bern. (Bild: chs)

Kian Schmutz (17), Rahel Stocker (17), Silvan Eberle (17), Tim Geisser (16), Tobias Nydegger (19) und Sophie Thomas (17), alle aus Bern. (Bild: chs)

Glück hat diese Gruppe Gymnasiasten aus Bern: Sie haben diese Woche frei, um mit der Maturaarbeit zu beginnen. "Doch die müssen wir ja erst im Herbst abgeben, deshalb geniessen wir jetzt lieber zusammen das OpenAir", sagt Kian Schmutz. In Bern sind sie um 7 Uhr auf den Zug - um jetzt stundenlang anzustehen. "Unser Ziel ist es, nicht in Schräglage schlafen zu müssen. Dafür lohnt es sich schon, etwas Geduld zu haben", so Rahel Stocker, die von den Erfahrungen im letzten Jahr in St.Gallen gelernt hat. "Letztes Jahr stand mein Zelt am Hang. Das geht gar nicht." Ist denn schlafen wichtig am OpenAir? "So vier Stunden pro Nacht müssen es schon sein", sind sich die Gymnasiasten einig. Aber wichtiger seien sicher die gute Stimmung und die Musik. Dabei stehen "Die Ärzte", "Die Antwoord" und "Macklemore & Ryan Lewis" zuoberst auf der Favoritenliste der Berner.

Sonnenbrille im Gepäck

Andreas Stoller, 30, Mörschwil. (Bild: chs)

Andreas Stoller, 30, Mörschwil. (Bild: chs)

"Ich habe eine Sonnenbrille dabei, das muss reichen", sagt Andreas Stoller mit einem Blick auf die ersten Regentropfen auf dem Schreibblock. Ja, doch, eine Regenjacke habe er auch eingepackt. "Sie ist sogar zuoberst im Rucksack, griffbereit." Das 16. Mal besucht der 30Jährige nun das OpenAir St.Gallen und er weiss aus Erfahrung, dass Anstehen einfach dazu gehört, "es ist ein Teil des Festes." Nebenan schmauchen ein paar in der Warteschlange gemütlich an der Wasserpfeife, ein Bier halten noch vor dem Mittag die meisten in der Hand. Schliesslich darf jeder Besucher nur drei Liter Flüssigkeit auf das Festivalgelände nehmen, wer mehr dabei hat, muss das bis zum Eingang fertig getrunken haben. Die Gruppe von Andreas Stoller zählt etwa 20 Leute, "Ich kenne nicht alle so gut, aber das ändert dann schon bis Sonntagabend." Ein paar von ihnen seien schon weiter vorn in der Schlange und die werden dann einen guten Zeltplatz sichern. "Ich war heute etwas spät dran." Aber wer mit dem Extrabus anreist, hat noch weniger Chancen auf einen ebenen Platz für das Zelt. "Das Anstehen hat sich gelohnt, wenn man nicht in Schräglage schlafen muss."

"Wir trinken mit Mass"

Sandra Röthlin (18), Silja Mattmann (18) und Alexandra Büchi (17) aus Sachseln. (Bild: chs)

Sandra Röthlin (18), Silja Mattmann (18) und Alexandra Büchi (17) aus Sachseln. (Bild: chs)

Bereits etwas weiter vorgerückt in der Schlange sind drei junge Frauen aus Sachseln. "Wir dachten eigentlich, dass es noch schlimmer ist mit dem Warten. Aber so geht das schon", sind sich Alexandra Büchi, Silja Mattmann und Sandra Röthlin einig. Die drei haben auch schon ihre Erfahrungen gemacht mit Campen in Schräglage. "Das muss nicht mehr sein", lachen sie und sind deshalb extra früh los per Auto und stehen seit 10 Uhr an. Etwas kalt sei es schon, um jetzt einfach hier rumzustehen. Werden sie sich auch mit Alkohol aufwärmen, wie die meisten in der Schlange? "Alkohol trinken gehört dazu am OpenAir, das ist so. Aber wir trinken mit Mass. Es wäre ja schade, wenn man sich danach an nichts mehr erinnern könnte."

Grillieren beim Warten

Micha Surber (18), Wald und Christian Nägeli (16), Trogen. (Bild: chs)

Micha Surber (18), Wald und Christian Nägeli (16), Trogen. (Bild: chs)

Unter einem Baum im Trockenen packen gerade Micha Surber und Christian Nägeli einen neu gekauften Grill aus und bauen ihn zusammen. Ein paar Minuten später steigt schon erster Rauch auf. "Ja, wir fangen jetzt an zu grillieren", sagen die beiden, schon ganz OpenAir-Profi. "Wir haben im Tagblatt gelesen, dass man einen Grill mitnehmen sollte." Seit 10.45 Uhr stehen sie in der Kolonne und ihnen ist es egal, dass sie praktisch ganz zu hinterst sind. "Wir kennen Helfer im OpenAir-Gelände, die uns einen Platz reservieren." Sie seien etwa 14 Leute in der Gruppe, Geschwister und Bekannte von einer Bar in Trogen. Die Musik sei ihnen ebenso wichtig wie das Zusammensein. Musikalische Höhepunkte sind für die beiden "Die Ärzte" und "Die Antwoord".

Zelte gerade aufstellen

Katharina Germann (23), Lauterach, Cornelia Bachträgl (28), Bregenz und Chris Feurstein (32), Bregenz. (Bild: chs)

Katharina Germann (23), Lauterach, Cornelia Bachträgl (28), Bregenz und Chris Feurstein (32), Bregenz. (Bild: chs)

Die Tickets haben sie für dieses Jahr schon im Dezember gekauft und sie stehen nicht das erste Mal an für das OpenAir St.Gallen: Cornelia Bachträgl, Katharina Germann und Chris Feurstein aus dem Vorarlbergischen. "Ich habe es gewusst, dass man so lange anstehen muss", sagt Cornelia Bachträgl. "Wir berichten für unsere Zeitung "Ländle Magazin" von A bis Z vom OpenAir St.Gallen. Da gehört auch das Anstehen dazu, hier vor dem Eingang, wie auch später dann vor den WC-Anlagen", lachen die drei. Wenns nicht regnet, dann mache ihnen anstehen eigentlich nichts aus, meinen die beiden Frauen. Chris Feurstein kann diese Meinung nicht teilen: "Ich brauche diese Warterei nicht." Um sich das Warten zu verkürzen, führen die drei in einem Leiterwagen nicht wenig Bierdosen mit. Zu viel für die Eingangskontrolle? "Keine Sorge, bis wir beim Eingang sind, ist das weg. Wir beiden Frauen bleiben nüchtern und schauen, dass die Männer die Zelte gerade aufstellen."
Umfrage: Christa Kamm-Sager