Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Fans zahlen horrende Preise

Über die Website Viagogo werden mit überrissenen Konzertticketpreisen Geschäfte gemacht. Offizielle Verkaufsportale können sich rechtlich nicht wehren.
Lisa Wickart
«Viagogo» verkauft überteuerte Tickets für das ausverkaufte Konzert von Andreas Gabalier. (Bild: Benjamin Manser)

«Viagogo» verkauft überteuerte Tickets für das ausverkaufte Konzert von Andreas Gabalier. (Bild: Benjamin Manser)

Wer jetzt noch ein Stehplatzticket für das Konzert von Andreas Gabalier in St. Gallen sucht, dürfte es schwer haben. Stehplätze gelten als ausverkauft. «Viagogo» verspricht Abhilfe. Auf der Website können Tickets für zahlreiche ausverkaufte Konzerte gefunden werden. Es ist jedoch Vorsicht geboten. Auf den Ticketpreis wird am Ende des Bezahlvorgangs eine saftige Gebühr verrechnet.

Andreas Gabalier on tour in Germany (Bild: Keystone)Andreas Gabalier on tour in Germany (Bild: Keystone)
Andreas Gabalier in concert (Bild: Keystone)Andreas Gabalier in concert (Bild: Keystone)
PREISVERLEIHUNG, BAMBI, BAMBI AWARDS, (Bild: Keystone)PREISVERLEIHUNG, BAMBI, BAMBI AWARDS, (Bild: Keystone)
PREISVERLEIHUNG, BAMBI, BAMBI AWARDS, (Bild: Keystone)PREISVERLEIHUNG, BAMBI, BAMBI AWARDS, (Bild: Keystone)
Andreas Gabalier on tour in Germany (Bild: Keystone)Andreas Gabalier on tour in Germany (Bild: Keystone)
Andreas Gabalier in seinem Element. (Bild: Keystone)Andreas Gabalier in seinem Element. (Bild: Keystone)
DEUTSCHLAND ECHO VERLEIHUNG 2015 (Bild: Keystone)DEUTSCHLAND ECHO VERLEIHUNG 2015 (Bild: Keystone)
DEUTSCHLAND ECHO VERLEIHUNG 2015 (Bild: Keystone)DEUTSCHLAND ECHO VERLEIHUNG 2015 (Bild: Keystone)
PREISVERLEIHUNG, BAMBI, BAMBI AWARDS, (Bild: Keystone)PREISVERLEIHUNG, BAMBI, BAMBI AWARDS, (Bild: Keystone)
9 Bilder

Volksrocker Andreas Gabalier

Im Falle des Konzerts von Andreas Gabalier musste ein Viagogo-Kunde 40 Franken für die Buchungs- und Liefergebühren sowie die Mehrwertsteuer bezahlen, wie die SRF-Sendung Espresso berichtet. «Ich finde das völlig überrissen», sagte der Kunde. «Und vor allem werden die Gebühren einfach am Schluss der Bestellung noch draufgeschlagen. Da wird man hinters Licht geführt.» Es gibt sogar noch grössere Abweichungen vom Originalpreis: Ein Ticket für ein Konzert der Band Guns’n Roses hat über die offizielle Verkaufstelle etwa 120 Franken gekostet. Auf «Viagogo» werden für das gleiche Ticket über 250 Franken verlangt.

Zum Vorwurf der intransparenten Preisbekanntgabe äussert sich «Viagogo» auf Anfrage von SRF nicht konkret, sondern lediglich mit der Aussage: «Wir haben unsere Internetseite so gestaltet, wie wir glauben, dass sie den Leuten am nützlichsten ist.» Im Übrigen sei die Nutzung von «Viagogo» freiwillig. Es gebe viele weitere Kanäle, um Tickets zu beziehen. Als Ticketbörse bestimme «Viagogo» die Preise nicht selbst, sondern die einzelnen Verkäufer. «Die Buchungsgebühren werden proportional zu den Ticketpreisen erhoben.» Konkret bedeutet das: Je teurer das Ticket, desto höher die Gebühren.

Weiterverkauf ist legal

Offizielle Verkaufsstellen können sich gegen den Weiterverkauf von Karten kaum wehren. Denn: Der Weiterverkauf ist in der Schweiz nicht verboten. Daher wird nicht etwa von einem Schwarzmarkt, sondern von einem Graumarkt gesprochen. Der Bundesrat sieht keinen Handlungsbedarf. Er verweist auf das Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG). Darin heisst es: «Das geltende Recht bietet einen gewissen Schutz gegen Missbräuche und Täuschungen beim Weiterverkauf von Tickets. So wird täuschendes Verhalten […] gegenüber dem Zweitkäufer mit der Verschleierung des offiziellen Ticketpreises vom UWG erfasst.» Somit liegt es an den Veranstaltern, sich gegen den Wieder­verkauf zu wehren. Stefan Epli, Mediensprecher der Ticket­veraufsstelle Ticketcorner, bestätigt: «Gesetzlich können wir gegen Wiederverkäufer nicht vorgehen.» Diese seien Ticketcorner und den Veranstaltern jedoch ein Dorn im Auge. «Wir haben mit Veranstaltern entsprechende Massnahmenpakete für Grossanlässe geschnürt.» Der Wiederverkauf von Tickets werde nämlich erst dann zum grossen Problem, wenn ein Grossanlass ausverkauft sei.

Eine Massnahme von Ticketcorner ist die Limitierung der Ticketanzahl pro Person. Für einen Grossanlass im Letzigrundstadion in Zürich beträgt das Maximum vier Tickets pro Person. Als zweite Massnahme hat das Unternehmen eine Blacklist eingeführt. Nach dem Abschluss des Vorverkaufs wird die Liste der Käufer gefiltert. Tickets von gesperrten Nutzern gehen wieder zurück in den Vorverkauf. Ausserdem werden Namen und Kreditkartennummern kontrolliert. Wiederholungstäter können so eingeschränkt werden. «Die Massnahmen werden jedoch nur durchgeführt, wenn der Veranstalter das wünscht», sagt Stefan Epli.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.