Gratis-ÖV für Touristen?

Frank Bumanns Vorstoss polarisiert. Der Direktor von St. Gallen-Bodensee Tourismus fordert, dass ab Anfang April alle ausländischen Gäste, die mehr als zwei Nächte in der Region bleiben, den öffentlichen Verkehr auf dem Ostwind-Netz gratis nutzen dürfen.

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Frank Bumanns Vorstoss polarisiert. Der Direktor von St. Gallen-Bodensee Tourismus fordert, dass ab Anfang April alle ausländischen Gäste, die mehr als zwei Nächte in der Region bleiben, den öffentlichen Verkehr auf dem Ostwind-Netz gratis nutzen dürfen. «Das ist grundsätzlich ein guter Ansatz», sagt Urs Berger, Geschäftsführer Appenzellerland Tourismus AR. Doch die grosse Frage sei, wer das finanziere. Ähnlich klingt es im Thurgau. «Wir sollten unseren Gästen einen Mehrwert bieten», sagt Rolf Müller, Geschäftsführer Thurgau Tourismus.

«So wie Bumann das will, geht das nicht», sagt Guido Buob, Geschäftsführer Appenzellerland Tourismus AI. Dass das Angebot gratis sein soll, sei gegenüber Einheimischen und Schweizer Gästen ungerecht. Und: «Es kann nicht sein, dass die öffentliche Hand das zahlen soll, das muss der Tourismus selber zahlen.» Grundsätzlich sei solch ein Vorschlag zu begrüssen, in Appenzell Innerrhoden würden sie gute Erfahrungen damit machen. «Wir bieten seit zehn Jahren allen Gästen, die drei und mehr Nächte bei uns übernachten, die Appenzeller Ferienkarte an.» Damit stehen den Gästen, ob Schweizer oder Ausländer, bis zu 24 Gratisangebote offen, etwa Fahrten mit den Bergbahnen und freie Fahrten im Tarifverbund Ostwind in 15 Zonen um Appenzell, gültig in der 2. Klasse.

Buob präzisiert: «Für die Gäste ist das gratis, nicht aber für die Hotellerie und für uns.» Mit Ostwind habe man intensive Verhandlungen geführt. Aber man wolle das Geld eben nicht nur in Werbung investieren, sondern dem Gast etwas bieten. Das kommt an, gut 9000 Gästekarten geben sie durchschnittlich pro Jahr heraus. (miz)

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