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Gossaus Schulpräsident Urs Blaser zieht Bilanz: «Ich habe meinem Amt alles andere untergeordnet»

Gossaus Schulpräsident Urs Blaser gibt Ende des nächsten Jahres sein Amt ab. Bis dahin bleibt noch einiges zu tun.
Michel Burtscher
Urs Blaser amtet seit 2010 als Gossauer Schulpräsident. (Bild: Ralph Ribi)

Urs Blaser amtet seit 2010 als Gossauer Schulpräsident. (Bild: Ralph Ribi)

Er komme gleich, müsse nur noch schnell eine E-Mail beantworten, sagt Urs Blaser. Wie immer hat der Gossauer Schulpräsident viel zu tun. Das zeigte sich schon, als es darum ging, einen Termin fürs Gespräch zu finden. Trotzdem nimmt er sich dann mehr als eine Stunde Zeit, um über die städtischen Schulen zu sprechen, über seine grossen Projekte und auch ein bisschen über sich selbst.

Draussen schlagen die Glocken der Andreaskirche, in deren Schatten das Schulamt steht. Dort befindet sich das Büro mit viel dunklem Holz an den Wänden, in dem Blaser nun seit fast zehn Jahren arbeitet – und das er in knapp eineinhalb Jahren räumen wird.

In den letzten Wochen hat er den Stadtrat, den Schulrat, die Parteien sowie das Schulpersonal darüber informiert, dass er bei den nächsten Gesamterneuerungswahlen im Herbst des kommenden Jahres nicht mehr antreten wird. Damit endet Blasers Zeit als Schulpräsident am 31. Dezember 2020 nach elf Jahren. Es sei der ideale Zeitpunkt für seine Pensionierung, sagt Blaser:

«Ich habe meinen Job gemacht, alle wichtigen Projekte sind dann umgesetzt.»

Zudem ist er Ende 2020 schon fast 63 Jahre alt. Nochmals eine vierjährige Legislatur anhängen und damit bis 67 arbeiten, das wollte er nicht.

Blaser arbeitet gerne und viel

Doch noch bleiben ihm eineinhalb Jahre – und diese will er nutzen, um einige Projekte abzuschliessen. «Nun einfach die Füsse hochlegen werde ich sicher nicht», sagt Blaser. «Ich bin noch nicht fertig.» Dann zählt der Schulpräsident auf, was er noch alles machen will: Da ist beispielsweise die neue Schulordnung, die der Stadtrat kürzlich abgesegnet hat und die nun noch das Parlament passieren muss.

Zudem sollen nächstes Jahr die Tagesstrukturen ausgeweitet werden, die unter Blaser eingeführt wurden und laut ihm ein «voller Erfolg» sind. Die Arbeit wird ihm also nicht ausgehen. Das scheint Blaser aber nichts auszumachen. Er ist nicht der Typ, der sich einfach zurücklehnen kann.

Blaser arbeitet gerne und viel, das war schon immer so. Der vierfache Vater sagt: «Ich habe meinem Amt alles andere untergeordnet.» Seine Familie und sein restliches Umfeld seien dabei zwar manchmal zu kurz gekommen. «Doch die Aufgabe war und ist es wert, sie ist so spannend und vielseitig – und sie ist wichtig», sagt der eidgenössisch diplomierte Bankfachmann, der durch Zufall in seine zweite Karriere im Bildungsbereich gerutscht ist. «Die Schweiz hat ein einzigartiges Bildungssystem und die Volksschule ist der wichtigste Pfeiler bei der Integration der Kinder in die Gesellschaft», sagt Blaser.

Durchforstet man das Zeitungsarchiv nach dem FDP-Politiker, findet man keine einzige negative Schlagzeile über ihn. Seine bisherige Amtszeit ging geräuschlos über die Bühne. «Die Schule Gossau hat einen guten Ruf. Und sie hat grossen Rückhalt im Stadtrat und im Parlament», sagt Blaser.

Fragt man ihn dann, auf welche Projekte er besonders stolz ist, holt er ein A4-Blatt hervor. Dort steht vieles, einiges ist angestrichen. Zum Beispiel die Neustrukturierung der Stadtbibliothek, die ihn zu Beginn seine Amtszeit stark beschäftigt habe. Oder die Schaffung der Fachstelle Sport.

Am längsten spricht Blaser jedoch über die Ausstellung «Anne Frank», für die er verantwortlich war. Bei der Eröffnung im Fürstenlandsaal war neben kantonalen Politgrössen auch Buddy Elias dabei, Schauspieler und Cousin von Anne Frank.

Am meisten gefallen an seinem Amt habe ihm immer der Kontakt mit den Menschen, sagt Blaser.

«Ich hatte viele schöne Begegnungen.»

Weniger Freude hatte er daran, immer eingespannt zu sein. «Eigentlich wäre der Schulpräsident vor allem für strategische Themen zuständig. Bei unserer Struktur landen trotzdem viele operative Fragen auf meinem Tisch.»

Mehr Zeit für die Kirchengeschichte

Bald schon wird sich das ändern, sein Leben ruhiger werden. Doch kann einer wie er, der immer so viel gearbeitet hat, einfach abschalten, sobald er pensioniert ist? «Ich freue mich darauf, mehr Zeit und Musse zu haben», sagt Blaser. Zuhause ständen viele Bücher im Gestell, die darauf warteten, endlich gelesen zu werden. Auch sein grosses Hobby, das Studium der Kirchengeschichte, sei zu kurz gekommen in den letzten Jahren.

Ganz verabschieden aus dem Berufsleben und dem Bildungswesen will sich Blaser aber nicht. Seit 2015 sitzt er im Erziehungsrat des Kantons St.Gallen. Dieses Amt will er behalten. Und fügt an: «Ich bin offen für Aufgaben, gehe aber nicht aktiv auf Stellensuche.» Dann ist die Zeit um, Blaser muss sich wieder an die Arbeit machen. Er hat noch einiges zu tun bis Ende des nächsten Jahres.

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