GOSSAU: Slowake stieg in Oberbüren in weissen Lieferwagen

Nach dem tödlichen Unfall auf der Autobahn vom Montagabend hat die Polizei neue Erkenntnisse: Der Slowake war erst wenige Kilometer vor dem Unfallort in ein Fahrzeug in Richtung St.Gallen eingestiegen.

Maria Kobler-Wyer
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Die Polizei hatte am Montagabend einen Grosseinsatz. (Bild: Archiv/Susann Basler (Symbol))

Die Polizei hatte am Montagabend einen Grosseinsatz. (Bild: Archiv/Susann Basler (Symbol))

Um 18 Uhr lief ein 36-jähriger Slowake vom Rastplatz Wildhus Süd auf die Autobahn, wurde von einem Auto erfasst und tödlich verletzt. «Der Slowake stieg in Oberbüren in einen weissen Lieferwagen ein, beim Rastplatz stieg er wieder aus», sagt Florian Schneider, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen, am Dienstagnachmittag. Noch immer unklar ist hingegen, warum der Mann ausgestiegen und auf die Autobahn gelaufen ist. «Ein Suizid ist nicht ausgeschlossen», sagt Schneider. Eine Obduktion des Leichnams wurde angeordnet, die Resultate stehen noch aus. Der Fahrer des Lieferwagens hat sich bisher nicht bei der Polizei gemeldet.

Der Slowake war Kurzaufenthalter, das heisst, er hatte eine Aufenthaltsbewilligung für drei Monate. Laut Florian Schneider hielt sich der Verstorbene erst seit ein paar Tagen in der Schweiz auf - er war in der Region wohnhaft - wollte aber bereits wieder zurück in die Heimat fahren.

Die Lenkerin, welche den 36-Jährigen angefahren hatte, brauchte nach dem Unfall psychologische Betreuung. Etwa fünf weitere Autofahrer und Leute vom Rastplatz nahmen laut Schneider die Hilfe ebenfalls in Anspruch. «Wir haben am Unfallort andere Aufgaben zu erledigen, deshalb ist es wichtig, dass Angehörige der psychologischen ersten Hilfe sich um die Betroffenen kümmern können», sagt Florian Schneider. Sie hören zu und haben Zeit für sie.

Die Polizisten, die beim Unfall im Einsatz standen, verzichteten direkt nach der Arbeit auf ein Gespräch. «Unsere Kollegen mit psychologischer Ausbildung werden aber sicher im Lauf des Tages noch das Gespräch mit ihnen suchen», sagt Florian Schneider. Der Mediensprecher selber litt nach dem Einsatz nicht an Albträumen. «So schlimm es tönt: Man gewöhnt sich leider daran», sagt er. «Es ist unser Job. Mich verfolgt der Fall nicht.»

Die Kantonspolizei St.Gallen bittet den Fahrer oder die Fahrerin des hellen Fahrzeugs sowie Personen, die Angaben zu diesem Wagen oder zum Unfall machen können, sich beim Polizeistützpunkt Oberbüren, 058-229-81-00, zu melden.

Unfälle mit Personen auf der Autobahn

In der Ostschweiz sind in den vergangenen Jahren gleich mehrmals Personen auf der Autobahn überfahren worden. <strong>Am 25. Oktober 2012</strong> überrollten diverse Fahrzeuge auf der A13 zwischen Au und St.Margrethen einen 56-jährigen Serben. Er war zuvor in eine Kollision verwickelt, kam dann mit seinem Smart auf dem Pannenstreifen zum Stillstand. Weshalb er dann auf die Fahrbahn geriet, konnte nicht geklärt werden.

Am 18. Februar 2014ist am frühen Morgen auf der Autobahn A1 bei Wil ein Mann von mehreren Autos überrollt worden.

Bei Kriessern wurde im September 2013 eine Frau überfahren. Diese war von einer Autobahnbrücke auf die Fahrbahn gesprungen.

Ende September 2016 hat sich auf der Autobahn A1, zwischen Münchwilen und Wil, ist eine Frau von einer Brücke gestürzt auf die Fahrbahn gestürzt und mehrmals überfahren worden. (maw)