Gossau sagt definitiv Nein zu Fahrenden

GOSSAU. Mit 18 zu 12 Stimmen folgten gestern die Stadtparlamentarier dem Antrag der vorberatenden Kommission. Sie sprachen sich gegen den Bau eines Durchgangsplatzes für Fahrende im Industriegebiet aus. Damit ist das aktuell einzige Projekt im Kanton begraben.

Angelina Donati
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Im Industriegebiet Gossau werden künftig keine Wohnwagen halt- machen. Das Parlament lehnte den geplanten Durchgangsplatz ab. (Bild: Ralph Ribi)

Im Industriegebiet Gossau werden künftig keine Wohnwagen halt- machen. Das Parlament lehnte den geplanten Durchgangsplatz ab. (Bild: Ralph Ribi)

Schweizer Fahrende sind dringend auf Durchgangsplätze angewiesen. Auch im Kanton St.Gallen gab es konkrete Pläne. So war ein Durchgangsplatz in Thal vorgesehen, den die Bevölkerung allerdings ablehnte. Auch im Industriegebiet zwischen Gossau und St.Gallen ist seit Jahren angedacht, einen Platz zu erstellen. Immer wieder aber gab es Verzögerungen, unter anderem wegen Einsprachen, die gemacht wurden. Die Zeichen standen nie gut. Das zeigte sich auch gestern, als das Gossauer Parlament tagte. Denn auch Gossau findet keinen Gefallen an einem Durchgangsplatz. Mit 18 zu 12 Stimmen haben die Parlamentarier den für das Projekt erforderlichen Teilzonenplan Wehrstrasse abgelehnt.

Befürworter in der Minderheit

Die Befürworter des Platzes, die SP und die Flig, appellierten in ihren Voten an die Menschlichkeit und klärten ihre Parlamentskollegen über Hintergrundwissen zu den Schweizer Fahrenden auf. Auch Stadtpräsident Alex Brühwiler ergriff das Wort und sagte, dass der Stadtrat von der Realisierung des Platzes nach wie vor überzeugt sei. Doch die Meinungen der Parlamentarier schienen bereits gemacht.

Kein anderer Platz in Planung

Die Mehrheit folgte der Haltung der vorberatenden Kommission (VBK), die mit «dem Verbrauch von Industrieland und den Sicherheitsbedenken der Industriebetriebe» argumentierte. Auch könnten sich die Starkstromleitungen negativ auf die Gesundheit auswirken, sagte VBK-Präsident Felix Koller. «Die Fahrenden haben einen besseren Platz verdient.» Wo dieser dereinst liegen soll, ist unklar. Das Projekt in Gossau war aktuell das einzige im Kanton.