Gossau
22-Jährige erlitt einen Stromschlag in der Badewanne ‒ das Handy-Ladekabel war defekt und von Drittanbieter

Eine Gossauerin erlitt vergangene Woche einen tödlichen Stromstoss in der Badewanne. Ihr Handy, das am Ladegerät angeschlossen war, fiel ins Wasser. Laut Staatsanwaltschaft hat die Frau kein originales Ladekabel benutzt. Die Beratungsstelle für Unfallverhütung rät dazu, nur Geräte, die dafür vorgesehen sind, in der Badewanne zu benützen.

Sabrina Manser
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Eine Gossauerin erlitt in einer Badewanne einen tödlichen Stromschlag.

Eine Gossauerin erlitt in einer Badewanne einen tödlichen Stromschlag.

Bild: Getty Images

Vergangene Woche ist eine 22-Jährige in Gossau in der Badewanne tödlich verunglückt. Ihr fiel das Handy, das am Stromnetz angeschlossen war, ins Wasser. Das versetzte ihr einen tödlichen Stromschlag.

Wie die Staatsanwaltschaft des Kantons St.Gallen auf Anfrage mitteilt, habe die Verstorbene ein Ladegerät von einem Drittanbieter verwendet. Zudem schreibt die Staatsanwaltschaft, dass das Ladekabel einen Defekt gehabt hätte. Die Untersuchungen würden noch laufen. Weiter heisst es:

«Es kann aber bestätigt werden, dass das defekte Ladekabel kausal für den Stromschlag war.»

Darauf sollte man bei elektrischen Geräten achten

Das Eidgenössisches Starkstrominspektorat (ESTI) untersucht unter anderem Unfälle und Schadenfälle in Zusammenhang mit elektrischen Anlagen. Auch der Unfall in Gossau wurde dem Esti gemeldet. Zur laufenden Untersuchung geben sie keine Auskunft, wie es auf Nachfrage heisst. Allerdings listet sie Tipps für den Umgang mit elektrischen Geräten auf.

  • Unabhängig vom Hersteller müssen elektrische Geräte sicher sein. Dies bestätigt der Hersteller mittels einer Konformität und allenfalls mit einem
    Sicherheitszeichen eines europäischen Landes. Man soll die Spezifikation prüfen und sich an einen Fachmann wenden.
  • Stellt man bereits optisch einen schlechten Zustand eines Geräts fest, sind diese zu ersetzen.
  • Elektrische Geräte sind nach Herstellerangaben einzusetzen.
  • Elektrische Geräte wie ein Mobiltelefon gehören nie in die Nähe einer Badewanne oder einer Dusche.
  • Nur wenn es nach Herstellerangaben zugelassen ist, kann man ein elektrisches Gerät für die Badewanne oder Dusche nutzen.
  • Wenn ein Gerät am Stromnetz angeschlossen ist, kann immer eine elektrische Gefahr bestehen.
  • Im Badezimmerbereich sollen keine Verlängerungskabel verwendet werden. Verlängerungskabel können vorhandene Installationsnormen wie zum Beispiel vorgegebene Abstandsvorschriften von Steckdosen zu einer Badewanne oder einer Dusche aushebeln und man setzt sich damit einer elektrischen Gefahr aus.

Grundsätzlich geht bei einem Mobiltelefonen keine elektrische Gefahren aus, wenn dieses ohne Verbindung zu einem Ladekabel ins Wasser fällt. Dennoch gilt: Elektrische Geräte gehören nie in die Nähe einer Badewanne oder einer Dusche.

Nur Geräte, die dafür vorgesehen sind, ins Wasser nehmen

Wenn elektrischer Strom von einem Gerät durch den Körper in die Erde fliesst, besteht immer Lebensgefahr. Die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) schreibt auf Anfrage: «In der Badewanne ist es besonders gefährlich, weil wegen des eindringenden Wassers das Gerät nicht mehr richtig isoliert ist und zugleich der Körper durch das Wasser sehr gut mit der Erde verbunden ist.» Weiter rät die BFU:

«Alle elektrischen Haushaltsgeräte, die direkt mit der Steckdose verbunden sind, gehören nicht in die Nähe einer Badewanne.»

Sei es der Haarföhn, eine Ladestation vom Rasierer oder der Zahnbürste.

Wäre das Handy im Fall der jungen Frau nicht am Stromnetz gewesen, wäre es trotzdem nicht ungefährlich gewesen.

«Wenn Akkugeräte ins Wasser fallen, besteht nicht die Gefahr eines Stromschlages, aber die Gefahr eines Kurzschlusses für den Akku: Er kann sich also erhitzen und zu brennen beginnen.»

Das BFU rät, generell keine Geräte ins Wasser zu nehmen, die nicht dafür vorgesehen sind. Die Beratungsstelle empfiehlt, nur wasserdichte Akkugeräte in der Badewanne zu benutzen. Vor allem aber keine Netzgeräte.

Schutzschalter gegen Stromschläge

Ein FI-Schutzschalter könne grundsätzlich vor Stromschlägen schützen. Wenn jemand ein ungenügend isoliertes Gerät berühre, fliesse der Strom durch seinen Körper, erklärt die BFU. Ein FI-Schalter unterbreche diesen Fehlerstrom sofort. Er könne somit Leben retten. Neuere Gebäude seien heute mit Schutzschaltern ausgerüstet. Gerade in älteren Gebäuden wird empfohlen, zu kontrollieren, ob ein solcher Schutzschalter eingebaut wurde. Ansonsten sei gerade im Badezimmer ein solcher Schalter nützlich.