GOMMISWALD
Nach Versammlung von Corona-Skeptikern im «Älpli»: 27 Personen werden gebüsst

Im Restaurant Älpli in Gommiswald haben sich im März Corona-Skeptiker bei einer illegalen Veranstaltung versammelt. Jetzt gibt es für einige der Teilnehmenden eine Strafe: 27 der rund anwesenden 90 Personen wurden gebüsst.

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Das Restaurant Älpli öffnete während der Pandemie.

Das Restaurant Älpli öffnete während der Pandemie.

Screenshot: FM1 Today

(red) Am 6. März versammelten sich im Restaurant Älpli in Gommiswald zwischen 75 und 90 Personen zu einer Veranstaltung, die sich gegen die Massnahmen des Bundesrates zur Eindämmung der Corona-Pandemie richtete. Damals waren alle einschränkenden Massnahmen noch gültig, doch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer trugen keine Masken, hielten keinen Abstand ein – und eigentlich waren zudem landesweit alle Restaurants geschlossen.

380 Franken Busse

Wie Blick online nun berichtet, haben in den letzten Tagen 27 Älpli-Gäste einen Strafbefehl der Staatsanwaltschaft St.Gallen erhalten. Die betroffenen 13 Männer und 14 Frauen im Alter zwischen 28 und 73 Jahren wurden wegen Teilnahme an einer verbotenen Veranstaltung gemäss Covid-19-Verordnung (besondere Lage) verurteilt. Einige von ihnen wehren sich allerdings gegen die entsprechenden Strafbefehle, wie es seitens der Staatsanwaltschaft auf Anfrage heisst.

Blick online weiss laut vorliegenden Dokumenten zudem, dass die meisten 380 Franken an den von ihnen kritisierten Staat bezahlen müssen. Der Betrag setzt sich zusammen aus einer Busse in Höhe von 100 Franken, Gebühren von 180 Franken und besonderen Auslagen von 100 Franken. Bei den Betroffenen handle es sich um 26 Schweizer und einen Österreicher. Die meisten von ihnen seien in handwerklichen Berufen tätig.

«Ärger wird nur noch grösser»

«Die haben mich Monate später über die Videoaufnahmen identifiziert», sagt einer der Gebüssten gegenüber dem Onlineportal. Er werde den Betrag wohl begleichen. «Alles andere bringt nichts. Sonst werden der Ärger und vor allem die Kosten nur noch grösser.»

Die Gemeinde Gommiswald habe der Wirtin eine Abmahnung geschickt, ihr das Patent für das Restaurant Älpli aber nicht entzogen. «Natürlich war mir bewusst, dass es Aufsehen erregen könnte. Ich stehe zu dem, was ich mache und sage, und das wird sich mit diesem Anlass nicht ändern», sagt die Wirtin gegenüber dem Blick.

Weil es sich bei der Busse um einen sogenannten Übertretungsstraftatbestand handle, sei damit kein Eintrag ins Strafregister verbunden. Die Strafverfahren gegen die Wirtin, einen Mitorganisator, einen Redner sowie die Musiker, die am Anlass auftraten, sind gemäss Blick noch pendent. Die Verantwortlichen könnten dabei härter bestraft werden als die Teilnehmenden.