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Golfclub Waldkirch schafft Eintrittsgebühr für Mitglieder ab

Waldkirch schafft als erster Schweizer Golfclub die Eintrittsgebühr für Mitglieder komplett ab. Damit soll Golf als Breitensport gefördert werden. Andere Ostschweizer Clubs sind von diesem Entscheid nicht überrascht.
Tim Frei
Blick auf den Golfpark Waldkirch, der im Jahr 2000 eröffnet wurde. Erbaut wurde er von der Migros, die auch Betreiberin des Parks ist. (Bild: Benjamin Manser)

Blick auf den Golfpark Waldkirch, der im Jahr 2000 eröffnet wurde. Erbaut wurde er von der Migros, die auch Betreiberin des Parks ist. (Bild: Benjamin Manser)

Den Entscheid hat der Golfclub Waldkirch gemeinsam mit der Migros getroffen. Sie ist die Betreiberin und Erbauerin des Golfparks Waldkirch. Laut Mitteilung der Migros ist Waldkirch der erste Schweizer Golfclub, welcher die Eintrittsgebühr abschafft. Doch auch andere Ostschweizer Golfclubs verzichten bereits darauf – wenn auch nur teilweise. Im Ostschweizerischen Golf Club (OSGC) in Niederbüren müssen Personen, ab 31 Jahren, eine Eintrittsgebühr entrichten. Auch bei der Golf Gonten AG, Appenzell Innerrhoden, gibt es Mitgliedschaftsmodelle, bei denen für den Eintritt nichts bezahlt werden muss. In Deutschland, den USA und Grossbritannien sind Mitgliedschaftsmodelle ohne Eintrittsgebühr längst Normalität.

Um in den Golfclub Waldkirch einzutreten, mussten Mitglieder bisher einen Eintrittsbeitrag von 4000 Franken zahlen. «Die Migros verfolgt seit Mitte der 1990er-Jahre das Ziel, Golf als Breitensport zu etablieren. Mit dieser Neuerung machen wir einen weiteren, wichtigen Schritt», sagt Stefan Gort, Leiter des Golfparks Waldkirch. Aktuell zählt der Club rund 850 Mitglieder. Der Golfpark Waldkirch steht auch Nichtmitgliedern offen: Spieler mit Lizenz, Migros-Golfcard oder auch nur mit Platzreife dürfen auf die Anlage.

«Migros verfolgt öffentlichen Anspruch»

Verwundert und beunruhigt über den Entscheid Waldkirchs sind Ostschweizer Golfclubs nicht. «Mich hat das nicht überrascht», sagt Ian Gibbons, Geschäftsführer der Golf Lipperswil AG aus dem Kanton Thurgau. «Die Migros ist ja bekannt dafür, dass sie einen öffentlichen Anspruch verfolgt.» Gleich tönt es bei Golf Gonten: «Jeder Golfclub soll selber entscheiden, was für ihn richtig ist. Überraschend kommt der Entscheid für mich nicht», sagt Geschäftsführer Ruedi Eberle. Ihr Club setze bereits seit rund 15 Jahren auf ein Mitgliedschaftsmodell ohne Eintrittsgebühr, bei dem aber der Jahresbeitrag höher sei. Beim Modell der Eintrittsgebühr von 7500 Franken zahlen Neumitglieder einen Jahresbeitrag von 2100 Franken, bei jenem ohne Eintrittsgebühr dagegen 2900 Franken.

Beim Golfclub Lipperswil müssen Mitglieder eine Eintrittsgebühr von 1000 Franken für ein Jahr entrichten und 26'000 Franken für einen lebenslänglichen Eintritt. Beim OSGC beträgt die Eintrittsgebühr für Einzelpersonen 25'000 Franken und für Ehepaare 45'000 Franken. Dies gilt erst ab dem 31. Lebensjahr. Für jüngere Personen ist lediglich eine Jahresgebühr von 1650 Franken fällig. In Waldkirch beträgt die Jahresgebühr 2900 Franken für Einzelpersonen und jene für Ehepaare rund 5500.

Positionierung ist entscheidend

Angst, dass aufgrund des Entscheids von Waldkirch Mitglieder abwandern könnten, haben die erwähnten Golfclubs nicht. Alle argumentieren mit der Positionierung. «Der OSGC ist zwar räumlich sehr nahe zum Golfclub Waldkirch, hat aber als klassischer Privatclub eine deutlich andere Positionierung: Er gehört den Mitgliedern und ist finanziell unabhängig», sagt Geschäftsführer Daniel Schweizer. Wer dem Club beitrete, bleibe auch hier, weil sich der flache Platz gut für Jung und Alt eigne. Als weiteren Vorteil des OSGC streicht er hervor, dass der Platz mit nur 450 Clubmitgliedern nie überfüllt sei. «Man kann jederzeit spielen. Damit unterscheiden wir uns deutlich von öffentlichen Anlagen.» Aus diesen Gründen geht Schweizer nicht davon aus, dass der Club Mitglieder an Waldkirch verlieren wird. Ins gleiche Horn bläst Ruedi Eberle von Golf Gonten: «Wir werden nicht auf diesen Entscheid reagieren. Denn wir sind überzeugt, dass er keinen Einfluss auf unsere Mitgliederzahlen haben wird.» Schliesslich unterscheide sich ihr Club nicht nur räumlich, sondern auch bezüglich Preis, Angebot und Positionierung.

Golfclub Lipperswil ist halbprivat

Der Golfclub Lipperswil wiederum positioniert sich als halbprivat, wie Ian Gibbons sagt. Gäste seien erlaubt, doch Mitglieder würden bevorzugt behandelt. Für Gibbons hängen Positionierung und Eintrittsgebühr miteinander zusammen: «Mit ihr wird die Positionierung eines Clubs ausgedrückt. Ob er also privat, semi-privat oder öffentlich ist.»

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