GLÜCKSSPIEL: Im Ländle wird bald gezockt

Im Casino Admiral im liechtensteinischen Ruggell ist alles bereit zur Eröffnung. Dem ersten Casino im Fürstentum seit 1846 fehlt einzig noch die Konzession.

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«Es wird bei uns keinen Sakko-Zwang geben», sagt Andreas Scherrer, Dutymanager beim Casino. (Bild: Tatjana Schnalzger)

«Es wird bei uns keinen Sakko-Zwang geben», sagt Andreas Scherrer, Dutymanager beim Casino. (Bild: Tatjana Schnalzger)

Wer vor dem «Kokon» in Ruggell steht, sieht es bereits in grossen Lettern angeschrieben: Das Casino Admiral. Noch fehlt allerdings die Konzession, wie Stefan Hassler, Verwaltungsratspräsident der Casino Admiral AG, auf Anfrage des «Vaterlands» erklärt: «Diese Woche läuft die technische Abnahme. Haben wir diese erledigt, so warten wir noch auf grünes Licht vom Amt für Volkswirtschaft.» Wann die Konzession eintrifft, lässt sich derzeit nur schwer abschätzen. Das Amt will zum laufenden Verfahren keine Stellung nehmen. «Wir könnten Anfang August loslegen», erklärt Hassler. Der Grossteil der 45 Vollzeitstellen im Casino sei bereits besetzt, die restlichen Mitarbeiter würden Anfang August ihre Arbeit aufnehmen.

Das Personal ist eingestellt, die Automaten stehen

Auch die Infrastruktur steht zu einem grossen Teil: Die fünf Spieltische warten bereits auf Kundschaft, und über hundert Spielautomaten blinken um die Wette. Jetzt gelte es, den Standortvorteil auszunützen, wie Michele Marinari, Vorsitzender der Geschäftsführung, sagt. «Wir gehen im Raum Bad Ragaz über Liechtenstein bis Bregenz von einem Marktvolumen von 150 Millionen Franken aus.» In diesem Markt sollen nun die Karten neu gemischt werden. «Dank der marktfreundlicheren Auslegung des Gesetzes in Liechtenstein können wir hier Automaten anbieten, welche es in der Schweiz nicht gibt.» Generell setzt das neue Casino ein starkes Augenmerk auf die Spielautomaten. So werden unter anderem Automaten aufgestellt, welche es sonst nirgends auf dem europäischen Festland gibt. Sie sind von einem australischen Hersteller und lassen eine viel höhere Anzahl an Gewinnlinien zu. Die starke Gewichtung der Automaten hat verschiedene Gründe. Einerseits werden damit im europäischen Schnitt rund 80 Prozent der Einnahmen gemacht. Andererseits sind sie viel günstiger, weil sie kaum Personal benötigen.

Sobald das neue «Kokon»-Gebäude, das gleich hinter dem aktuellen Gebäude gebaut wird, fertig ist, wird das Casino dort einziehen – und rund dreimal grösser werden. «Wir werden dann sicher das Angebot ausbauen. Wie das aber genau aussieht, können wir derzeit nicht sagen. Schön wäre es, wenn wir dort auch Sportwetten anbieten könnten. Das ist derzeit noch nicht möglich», so Marinari. Man sei aber noch nicht in den Planungen für das neue Gebäude, sondern konzentriere sich ganz auf das erste Casino Liechtensteins seit 1846.

Es soll ein Casino für alle werden. «Es wird bei uns keinen Sakko-Zwang geben», sagt Duty­manager Andreas Scherrer. «Jeder soll so kommen, wie er sich wohlfühlt.» Man wolle ein modernes und entspanntes Casino-Flair ohne strenge Kleidervorschriften bieten.

 

Stephan Agnolazza

ostschweiz@tagblatt.ch