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Interview

Glück duftet nach Heu: Autorin Tanja Kummer im Interview

Die Thurgauerin Tanja Kummer isst zum Frühstück Schoggi und wäre als Mathe-Lehrerin eine Fehlbesetzung. Sie liebt die Wanderstrecke zwischen Kreuzlingen und Romanshorn. Ausserdem hat sie gleich zwei heimliche Hobbys.
Annika Wepfer
Autorin Tanja Kummer beim Kesselhaus Winterthur. (Bild: Andrea Stalder)

Autorin Tanja Kummer beim Kesselhaus Winterthur. (Bild: Andrea Stalder)

Was hat Sie die letzte Woche besonders beschäftigt?

Unter anderem die Bücher, die ich gelesen habe, zum Beispiel den Roman «Ich komme mit» der Schweizer Autorin Angelika Waldis. Es ist ein Buch über die ungewöhnliche Freundschaft zwischen einer älteren Dame und einem jungen Mann. Die Sprache und Wortspiele der Autorin haben mich genau so beeindruckt wie die berührende Geschichte.

Warum wohnen Sie in Zürich?

Da ich stets mit Velo und den ÖV unterwegs bin, ist Zürich sehr praktisch. Ich kann mit dem Zug bequem zu Lesungen in alle Himmelsrichtungen reisen und komme auch spät immer wieder gut nach Hause.

Wenn Sie Zürich verlassen müssten, wohin würden Sie ziehen?

Nach Chur, weil mir die Stadt gefällt, liebe Freunde von mir dort wohnen und man von dort aus schnell an vielen schönen Berg-Orten ist, die ich sehr schätze.

Gibt es einen Lieblingsort für Sie im Thurgau?

Es gibt sehr viele tolle Orte im Thurgau, da ist es schwierig, mich zu entscheiden. Nun, es ist zwar nicht ein Ort in dem Sinne, aber ich mag die Strecke von Kreuzlingen nach Romanshorn, den Bodensee entlang, sehr gerne, da kann man je nach Belieben kürzere oder längere Strecken wandern, immer mit dem Bodensee im Blick.

Was lieben Sie am Winter?

Alles. Ich liebe Schnee, die frische, kalte Luft und die Dunkelheit genau so wie dieses besondere Licht, wenn an Wintertagen die Sonne scheint und der Schnee glitzert. Und ich mag Wintersport.

Was sollte man im Thurgau im Winter unbedingt machen?

Ich weiss nicht, ob es das noch gibt, aber als ich Teenager war, fand auf der Kunsteisbahn in Frauenfeld manchmal eine Schlittschuh-Disco statt, daran erinnere ich mich gerne, auch wegen der Musik der 80er und 90er.

Was machen Sie, um gesund zu bleiben?

Viel Wasser trinken und Sport treiben, zum Beispiel Badminton oder Pilates. Und ich esse jeden Tag mindestens einen Apfel.

Haben Sie ein Morgenritual?

Kaffee trinken und ein Stück Schokolade essen. Ich bin sonst kein riesiger Schoggi-Fan, aber am Morgen mag ich diesen Zuckerschub.

Welches ist ihre liebste Glace-sorte?

Als es letzten Sommer so lange so heiss war, ass ich oft das Coco Ice-Land-Glace von der Migros. Unvergessen von früher ist mir natürlich das Soft-Ice vom «Buume» in Frauenfeld.

Können Sie kochen?

Wenn Gäste kommen, mache ich am liebsten Aufläufe oder andere Speisen, die ich vorbereite, damit ich in Ruhe mit den Gästen Apéro nehmen kann und nicht noch lange in der Küche stehe.

Ihr Restauranttipp?

Derzeit das Restaurant «Max-Moriz» in Aarau, das ich kürzlich dank einer Freundin entdeckt habe. Das vegane Angebot ist köstlich, viele Speisen sind hausgemacht.

Was haben Sie als Kind am liebsten gegessen?

Eine Art Auflauf mit Kartoffeln und Lauch. Und Erdbeertorte.

Die beste App auf Ihrem Handy?

Die SBB-App.

Mit welchem Vornamen würden Sie neu ins Leben starten?

Danke der Nachfrage, ich bin mit Tanja sehr zufrieden.

Zur Person

Die gebürtige Frauenfelderin Tanja Kummer wurde 1976 geboren und lebt heute in Zürich. Sie machte eine Ausbildung zur Buchhändlerin bei Huber. Heute ist Sie Kursleiterin für kreatives und autobiografisches Schreiben, Buchhändlerin und Autorin von acht Büchern. Zuletzt erschien 2018 der Kinderroman «Cat Cat» im Arisverlag.

Was ist Ihr gefühltes Alter?

Ich fühle mich wie 42: mitten im ­Leben, bereits einiges gelernt und hoffentlich noch viel vor mir. Es ist eine Lebenszeit, die mir gut gefällt, ich kann heute besser als früher einschätzen, was mir gut tut und was nicht.

Haben Sie ein Lieblingstier?

Mein Lieblingstier ist Balu, der Bär aus dem Dschungelbuch. Ich bewundere ihn für seinen Vorschlag: «Probiers mal mit Gemütlichkeit!»

Was nehmen Sie immer mit, wenn Sie aus dem Haus gehen?

Taschentücher.

Lügen Sie manchmal? Bei welchen Gelegenheiten?

Ich glaube nicht. Ich werde einmal darauf achten.

Wonach schmeckt Glück?

Es duftet nach Heu.

Was liegt auf Ihrem Nachttisch?

Da steht ein Radiowecker, der mich mit Musik und Nachrichten von SRF1 aus dem Schlaf holt.

Mit welchem Menschen würden Sie gerne einen Tag tauschen?

Das ist eine schwierige Frage. Vielleicht mit einem Menschen, der etwas tut, was ich noch nie gemacht habe, um etwas zu lernen. Zum Beispiel mit einer Forstwartin oder einem Gärtner.

Haben Sie ein Vorbild?

Mir fällt keine konkrete Person ein, aber ich bewundere alle Menschen, die über sich selber lachen können und das Leben immer wieder mit Humor nehmen.

In welchem Job wären Sie eine Fehlbesetzung?

Als Mathe-Lehrerin.

Mit wem würden Sie gerne eine Flasche Wein trinken?

Mit der Schauspielerin und Sängerin Charlotte Gainsbourg, deren Schaffen ich schon lange verfolge.

Wie lautet der Filmtitel Ihres Lebens?

«Das Leben ist eine Baustelle».

Wer soll Ihre Rolle spielen?

Gerne Charlotte Gainsbourg. Auch wenn wir uns gar nicht ähnlich sehen.

Was möchten Sie in diesem Leben noch machen?

Eine ausgedehnte Reise durch Nordeuropa.

Die Autorin sitzt gemütlich in Winterthur (Bild: Andrea Stalder)

Die Autorin sitzt gemütlich in Winterthur (Bild: Andrea Stalder)

Was finden Sie an sich gut?

Dass ich gelernt habe, um Hilfe zu bitten und Rat einzuholen.

Ruhig einschlafen können Sie …

… wenn ich davor noch einige Zeit gelesen habe.

Haben Sie ein heimliches Hobby?

Ich schreibe zu allen Büchern, die ich gelesen habe, Kurzkritiken, die ausser mir niemand liest. Und ich habe ein Faible für Kleider aus den Second Hand-Shops der Caritas. Ich bin dort regelmässig zu Besuch, um zu schauen, welche Kleider, Taschen oder Schuhe neu angeboten werden.

Was soll auf Ihrem Grabstein stehen?

Ich fand’s schön! Herzlichen Dank an all die Menschen, die mein Leben so lebenswert gemacht und mich begleitet haben.

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