GLP verärgert über Wirtschaft

Die Ostschweizer Wirtschaft investiert viel Geld in den Wahlkampf. Die Grünliberalen gehen leer aus – obwohl sie in Wirtschafts-Ratings ganz vorne stehen und zwei Sitze zu verteidigen haben. Der Unmut bei der GLP ist gross.

Roger Braun
Merken
Drucken
Teilen
Willkommene Gratiswerbung: Die Industrie- und Handelskammer Thurgau wirbt für ihre Kandidierenden. (Bild: Andrea Stalder)

Willkommene Gratiswerbung: Die Industrie- und Handelskammer Thurgau wirbt für ihre Kandidierenden. (Bild: Andrea Stalder)

Die GLP ist sauer auf die Wirtschaftsverbände der Ostschweiz. Grund sind deren Wahlempfehlungen. Obwohl Ratings wie jenes des Wirtschaftsmagazins «Bilanz» die Grünliberalen als wirtschaftsfreundlichste Partei einstufen, unterstützen die Ostschweizer Wirtschaftsverbände keine Kandidierenden der GLP. Stattdessen setzen sie ihre finanziellen Mittel in der Höhe von über 300 000 Franken fast ausschliesslich für Kandidierende der SVP, FDP und CVP ein.

«Völlig daneben»

Das sorgt für Verärgerung bei den Grünliberalen. «Das ist völlig daneben», sagt die St. Galler GLP-Nationalrätin Margrit Kessler, die am 18. Oktober ihren Sitz zu verlieren droht. Beim zweiten GLP-Nationalrat der Ostschweiz, Thomas Böhni, tönt es ähnlich. «Ich habe vier Unternehmen gegründet und werde in Ratings als sehr wirtschaftsfreundlich bezeichnet. Was muss ich denn noch tun, um wirtschaftsfreundlich zu sein?»

Nicht bürgerlich genug?

Die Verbände reagieren unterschiedlich. Für die einen ist die GLP schlicht noch nicht bürgerlich genug, andere räumen ein, dass die Abgrenzung tatsächlich nicht immer ganz einfach sei. Zur Sprache kommen auch die verschiedenen Ratings, die unterschiedliche Resultate ergeben.

Mehr zum Thema in der «Ostschweiz am Sonntag» vom 13. September.