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Nach Vernazza nun auch noch ein BDP-Mann: Sieben St.Gallerinnen und St.Galler wollen in den Ständerat

Kurz vor Ablauf der Einreichefrist liessen sich zwei weitere Kandidaten für den Ständerat aufstellen. Neben Pietro Vernazza (GLP) will auch Norbert Feldmann (BDP) St.Gallen im Stöckli vertreten.
Pietro Vernazza. (Bild: Ralph Ribi)

Pietro Vernazza. (Bild: Ralph Ribi)

(lim/nh) Pietro Vernazza will nach Bern. Seine Nationalratskandidatur überraschte die Ostschweizer Parteienlandschaft, schliesslich hat er sich der Chefarzt am Kantonsspital St. Gallen als HIV-Spezialist einen Namen gemacht, in der Politik aber ist der Neo-Grünliberale ein Greenhorn.

Doch damit nicht genug: Vernazza will nicht im Nationalratssaal erstmals politisches Parkett betreten, sondern gleich im Stöckli starten. Am Montag, am Tag vor Ablauf der Frist, gab seine Partei die Kandidatur für den Ständerat bekannt. «Mit seinem wissenschaftlichen Denken und seiner grossen Fachkompetenz, seiner überlegten Art und Bodenhaftung fordert er die Kandidaten der grossen Parteien heraus», heisst es in der Mitteilung der GLP.

Mit der Beteiligung an der Ständeratswahl schliessen die Grünliberalen eine «grosse Lücke im bisherigen Kandidatenkreis», heisst es weiter. Der Kandidat der GLP sei der einzige, der eine liberale Wirtschaftsordnung mit konsequentem Umweltschutz verbinde. Insbesondere die Gesundheitspolitik sei eine grosse Baustelle, schreibt die GLP. «Ein unabhängiger Experte könnte da einiges bewirken.»

Pietro Vernazza ist Chefarzt Infektiologie und Spitalhygiene am Kantonsspital St.Gallen und hat sich international einen Namen als HIV-Spezialist geschaffen. Er war unter anderem Präsident der Eidgenössischen Kommission für Aids-Fragen und sexuelle Gesundheit. Parteipolitisch hatte er sich vor dem Wahlkampf nicht engagiert.

Auch die BDP springt noch auf

Mit der BDP ist am Montag eine weitere Kleinpartei auf das Kandidatenkarussell aufgesprungen. Norbert Feldmann ist der siebte Bewerber für einen der beiden St.Galler Sitze in der kleinen Kammer. Der Uzwiler kandidierte 2016 erfolglos für den Kantonsrat und stellte sich im gleichen Jahr ebenfalls erfolglos für ein nebenamtliches Richteramt am Kreisgericht Wil zur Wahl. Er sei Inhaber eines kleinen Sanitätsgeschäfts und überdies Comic-, Trickfilm- und Kinderbuchzeichner, sagte er damals gegenüber dieser Zeitung. Er habe sich kurzfristig für eine Kandidatur entschieden, war gestern lediglich zu erfahren. Mehr wollte er nicht preisgeben. Feldmann steht auch auf der Nationalratsliste der BDP.

Nebst den beiden bisherigen St.Galler Ständeräten Paul Rechsteiner (SP) und Benedikt Würth (CVP) stellen sich die beiden Nationalräte Marcel Dobler (FDP) und Roland Rino Büchel (SVP) zur Wahl. Die Grünen lancierten mit Franziska Ryser ihre Kronkandidatin für den Nationalrat auch für die kleine ­Kammer.

Politisches Kalkül statt ernsthafte Ambitionen

Ernsthafte Chancen auf einen Sitz dürften sich weder die Grünen noch die Grünliberalen machen. Hinter den beiden Kandidaturen steckt wohl Kalkül. Der Ständeratswahlkampf verschafft den beiden Spitzenkandidaten für den Nationalrat mediale Präsenz und verstärkt ihre Chancen, im Oktober den Schritt nach Bern zu schaffen. Nicht im Stände-, dafür im Nationalrat. Während die Grünen Franziska Ryser prominent zuoberst auf ihrer Liste platzieren, muss Vernazza auf der Liste der Grünliberalen mit dem zweitletzten Platz Vorlieb nehmen.

Ob die Ständeratskandidatur seine Favoritenrolle unterstreichen soll? Die Namen seien bewusst alphabetisch angeordnet, sagt GLP-Parteipräsidentin Nadine Niederhauser. «Wer Spitzenkandidat ist, sollen schliesslich die Wähler entscheiden.»

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