GLOSSE
Wie aus einer Zürcherei eine Thurgaunerei wird und was das mit Eseln am Untersee zu tun hat

ResTZucker: Ein Zürcher Privatspital hintergeht den Thurgau, und eine grosse Zürcher Zeitung bezeichnet das als «Thurgaunerei». Dem sagt man, die Tatsachen so geschickt zu verdrehen, dass aus einem Opfer ein Täter wird.

David Angst
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Das Ereignis erinnert an früher. Wir erinnern uns an die Mär von den «Thurgauern mit den langen Fingern». Eigentlich müsste man statt von einer« Thurgaunerei» von einer «Zürcherei» reden.

Im Gegensatz zu diesen neuen Wortschöpfungen wurde der Begriff «Genferei» schon im 19. Jahrhundert verwendet, wenn es in Genf wieder mal einen Skandal gab. Heute wird «la genferei» gar als Lehnwort im Französischen benutzt. Da können sich die Genfer aber etwas darauf einbilden. Es gibt den Schildbürgerstreich und den Freiburgerwitz, aber das ist als Wortkonstruktion nicht das gleiche wie die «Genferei».

Und dann gibt es noch die Eselei, gemäss Duden eine «dumme, törichte Handlung». Was denn das jetzt mit einer «Genferei» zu tun habe, werden einige einwenden. Diese sei geografisch doch eindeutig an einen Ort geknüpft, eben an Genf. Bei der Eselei sei dies nicht der Fall. Wer solches behauptet, der kennt sich am Untersee nicht aus. Dort solle es nämlich einen Eselei-Hotspot geben, sagen die Nachbarn der Berlinger. Und sehen sich jetzt bestätigt. Wem sonst wäre es passiert, bei einer Urnenabstimmung ein Unentschieden zu erzielen? Den Frauenfeldern sicher nicht, da hätte schon jemand geschaut, dass es ein vernünftiges Resultat gibt.