SALZKORN
Schweinefüsse für den «Krone»-Wirt

Wenn ein Wirt vor seinem Gasthaus Schweinefüsse findet, ist dieses Geschenk wohl eher kritisch gemeint. Dennoch sollte er das Beste daraus machen.

David Angst
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Der Präsident des Thurgauer Wirteverbandes, Ruedi Bartel, ist ein ganz normaler Beizer. Nachdem er aber öffentlich eine Impfpflicht gefordert hatte, erhielt er nächtlichen Besuch. Vor der Türe seines Gasthauses Krone brachten Unbekannte mehrere Opfergaben dar. Unter anderem hängten sie ihm Schweinefüsse ans Geländer. Nun ist Bartel im ganzen Land bekannt.

Der Schweinefuss hat als politisches Manifest in der Schweiz keine Tradition. Man kann aber davon ausgehen, dass diese Darbringung negativ gemeint war. Andernfalls hätten die Täter wohl eher Hasenpfoten aufgehängt.

Rein kulinarisch wird Ruedi Bartel das Geschenk denn auch nicht als Bereicherung seiner Speisekarte verstehen. In der «Krone» gibt es Entrecôte, Lammnierstück und Cordon bleu. Das «Spitzbein» gehört bis jetzt nicht zu seinem Repertoire. Dies zu ändern, wäre keine Schande, selbst der grosse Bocuse hatte ein Rezept für Schweinefüsse. Als gewiefter PR-Fuchs sollte Rudolf Bartel sie jetzt aber auf seine Karte nehmen: «Pieds de porc à la mode de Rodolphe».

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