Salzkorn
Fasel verdient den Friedensnobelpreis

Der Schweizer Eishockeyfunktionär hatte in Weissrussland Grosses vor. Doch es lief nicht rund.

Daniel Wirth
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Online - Leben - Kolumnen - Salzkorn

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René Fasel, der Präsident des Eishockey-Weltverbands und Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees, ist ein erfahrener Sportfunktionär. Am Montag reiste der Schweizer nach Weissrussland, um mit Machthaber Alexander Lukaschenko über die Weltmeisterschaft zu sprechen, die im Sommer in Minsk ausgetragen wird.

Dabei herzte Fasel Lukaschenko wie einen guten alten Freund. Die Empörung war riesig. Wie kann er nur, der Fasel? Umarmt den Despoten, der das weissrussische Volk unterjocht und Menschenrechte mit den Füssen tritt.

Weshalb diese Aufregung? René Fasel hatte Grosses vor, wie er sagte. Er wollte mit seinem Besuch Lukaschenkos Regierung und die Opposition in Belarus zusammenführen, weil der Sport im Allgemeinen und eine Eishockey-WM im Besonderen etwas Verbindendes hätten. Vollkommen richtig. Wer jetzt noch daran zweifelt, dass der Zahnarzt und ehemalige Junior des HC Fribourg-Gottéron den Friedensnobelpreis verdient, hat keine Ahnung, oder besser gesagt: Der checkt den Puck nicht.