GLOSSE
Henriette Engbersen und ihr E-Bike-Akku

ReTZucker: Weshalb Lara Stoll keine Thurgau-Zürcherin ist, und wo Henriette Engbersen hingehen kann, wenn sie Heimweh nach London bekommt.

David Angst
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Lara Stoll am Wirtschaftsforum Thurgau in Weinfelden.

Lara Stoll am Wirtschaftsforum Thurgau in Weinfelden.

Ralph Ribi

De Brüeder vom Heinz ist auf einer Mission. Dieses Mal will er mit dem Thurgauer Dialekt «die ganze Schweiz verzaubern». Ist doch gar nicht nötig. Das machen doch längst unsere Botschafterinnen Lara Stoll, Mona Vetsch, Henriette Engbersen und Annette Fetscherin. Lara Stoll wurde diese Woche auf einer Doppelseite im Mantelteil unserer Zeitung gewürdigt und dabei als «Thurgau-Zürcherin» betitelt. Ist sie das? Oder nicht doch eher eine Zürich-Thurgauerin? Eine Frage der Perspektive.

Bei einem Einwanderer aus dem Balkan spricht man zwar, sobald er eingebürgert ist, von einem Balkan-Schweizer. Bei Schweizern hingegen, welche in die USA auswanderten, von Amerikaschweizern, also genau andersrum. Mona Vetsch würde sich sicher auch nach 20 Jahren in Zürich nicht als Thurgau-Zürcherin bezeichnen, sondern wenn schon als Zürich-Thurgauerin.

Henriette Engbeersen

Henriette Engbeersen

pd

Unsere London-Thurgauerin Henriette Engbersen wird nun auch bald zur Zürich-Thurgauerin. Sie kommt mit der Erfahrung aus UK zurück, dass man mit einem Akku am Velo in London fast alles schafft. Boris Johnson zu überholen zum Beispiel. Oder wegen Terrorismusverdachts festgenommen zu werden. Das erste hätte Engbersen wohl auch ohne E-Bike geschafft. Schliesslich kommt sie aus dem Kanton der Veloprofis.

Nebenbei hat sie in London auch die Antiquitätenläden abgeklappert. Sollte sie mal Heimweh nach London bekommen, sei ihr ein Besuch der landwirtschaftlichen Antiquitätensammlung in St. Katharinental empfohlen. Was Henriette Engbersen an den Briten besonders gefällt: Sie können über sich selbst lachen. Nun ja, die haben aber auch allen Grund dazu.

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