Glarus bleibt ein Einzelfall

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Pionierrolle Glarus ist der einzige Kanton, in dem Jugendliche schon ab 16 Jahren abstimmen und wählen dürfen. Bereits 2005 hatten die Glarner Jungsozialisten die Idee lanciert. Die Regierung war dafür, das Kantonsparlament dagegen. 2007 stimmte die Landsgemeinde der Forderung zu – allerdings äusserst knapp: Die Regierung liess dreimal abstimmen, weil es derart schwierig war, die Mehrheitsverhältnisse abzuschätzen. Das Stimm- und Wahlrecht der Jugendlichen gilt auf kantonaler und kommunaler Ebene. Um selber wählbar zu sein, müssen sie aber 18 sein. Wie stark sich die Jugendlichen seither an der Politik in Glarus beteiligen, lässt sich nicht genau beziffern. Weder an der Landsgemeinde noch an den Urnengängen werden entsprechende Daten erhoben. Doch es seien Veränderungen feststellbar, sagte der Glarner Ratsschreiber Hansjörg Dürst gegenüber der NZZ: «Im Vergleich zu früher ergreifen heute mehr Junge das Wort an der Landsgemeinde.» Für die Jungen habe die Landsgemeinde auch eine soziale Komponente – sie würden beispielsweise mit Freunden in den Ring gehen. (av)