Gewitter in Wil: "Kein vergleichbares Unwetterereignis"

WIL. Am Sonntagabend, ab 17.30 Uhr, ist ein heftiges Gewitter über die Region Wil niedergegangen. Die Autobahn ist ab Wil bis Münchwilen gesperrt. In der Gegenrichtung kommt es zu Behinderungen. In der kantonalen Notrufzentrale gingen rund 350 Meldungen ein.

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Die Autobahneinfahrt steht unter Wasser. (Bild: Leserbild)

Die Autobahneinfahrt steht unter Wasser. (Bild: Leserbild)

Das heftige Gewitter im Raum Wil führte zu einem Grossaufgebot von mehreren Gemeindefeuerwehren. Nach rund einer Stunde musste die Autobahn, Fahrrichtung Zürich, vollständig gesperrt werden. Diese ist mit einer mehreren Zentimeter dicken Schlamm- und Geröllschicht bedeckt, wie die St.Galler Kantonspolizei am Sonntagabend mitteilte. Fahrzeuge sind steckengeblieben und müssen geborgen werden.

Insgesamt müssen rund 250 Kubikmeter Kies und Schlamm entfernt werden. Wann die Autobahn wieder vollständig freigegeben wird, steht noch nicht fest. Auch kantonale und kommunale Strassen in der Region wurden stark verschmutzt.

"Das Gewitter hat die Region Wil in einem bisher noch nie erlebten Ausmass getroffen - ich kann mich nicht an ein vergleichbares Unwetterereignis bezüglich Heftigkeit oder Anzahl Einsätze erinnern", wird Andreas Dobler, Geschäftsführer des SVRW zitiert.

Der Maugwilerbach in Bronschofen trat über die Ufer. (Bild: Hanspeter Schiess)
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Schäden beim Maugwilerbach in Bronschofen. (Bild: Hanspeter Schiess)
Reitwiese in Wil. (Bild: Hanspeter Schiess)
Verwüstung bei der Reitwiese in Wil. (Bild: Hanspeter Schiess)
Rossrüti: Der Krebsbach trat über die Ufer. (Bild: Hanspeter Schiess)
Schäden in Bronschofen. (Bild: Hanspeter Schiess)
Die überschwemmte Reitwiese in Wil. (Bild: Hanspeter Schiess)
Aufräumarbeiten in Bronschofen. (Bild: Hanspeter Schiess)
Angeschwemmtes Gestrüpp in Kradolf. (Bild: Nana do Carmo)
Auch hier werden viele Hände gebraucht: Aufräumarbeiten bei den Gleisen in Kradolf. (Bild: Nana do Carmo)
Mehrere Strassen sind in Kradolf nicht mehr befahrbar. (Bild: Nana do Carmo)
Wasser im Untergrund - aufgenommen in Kradolf. (Bild: Nana do Carmo)
Schlamm und Dreck bei der Lomäg Bar in Kradolf. (Bild: Nana do Carmo)
Schwimmende Autos in Bronschofen. (Bild: Leserbild/Amanda Meloni)
Wassermassen in Bronschofen. (Bild: Leserbild/Amanda Meloni)
Aufgrund von Hangrutschen in der Gemeinde Kradolf-Schöneberg mussten Strassen gesperrt werden. (Bild: Mario Testa)
Gestapelte Autos in Kradolf. (Bild: Mario Testa)
Im Thurgau hat das Unwetter die grössten Schäden in und um die Gemeinde Kradolf-Schönenberg angerichtet. (Bild: Mario Testa)
Zahlreiche Keller wurden überflutet - hier wird gerade das Wasser abgepumpt. (Bild: Mario Testa)
Schlamm und Dreck in Kradolf. (Bild: Mario Testa)
Aufräumarbeiten in Kradolf. (Bild: Mario Testa)
Die Unterführung zwischen Sulgen und Riet/Erlen. (Bild: Matthias Kohn)
Die Unterführung in Sulgen ist neu ein Fluss. (Bild: Matthias Kohn)
Die Unterführung in Sulgen. (Bild: Matthias Kohn)
Das Wasser geht bis zu den Bahngleisen. (Bild: Matthias Kohn)
Auch hier ist alles überschwemmt. (Bild: Matthias Kohn)
Bei der Unterführung ist kein Durchkommen mehr möglich. (Bild: Matthias Kohn)
Die Bahngleise in Sulgen sind überschwemmt. (Bild: Matthias Kohn)
Die Bahngleise durch Sulgen. (Bild: Matthias Kohn)
Auch die Wiesen stehen unter Wasser. (Bild: Matthias Kohn)
Die Unterführung in Sulgen. (Bild: Matthias Kohn)
Die Unterführung in Sulgen. (Bild: Matthias Kohn)
Die Unterführung in Sulgen ist fast komplett voll mit Wasser. (Bild: Lee White)
Erdrutsch in Wil. (Bild: Daniel Burkhalter/Leserbild)
Überschwemmung in Wil: Fotografiert von der Toggenburgerstrasse aus am Sonntagabend um 20 Uhr. (Bild: Christoph Heer/Leserbild)
Die überflutete Autobahneinfahrt. (Bild: Jonas Dudle/Leserbild)
Die überflutete Autobahn (Bild: Sebastian Keller)
Überschwemmung auf der Autobahn A1 in Wil (Bild: Ralph Ribi)
Überschwemmung in Wil: Fotografiert von der Toggenburgerstrasse aus am Sonntagabend um 20 Uhr. (Bild: Christoph Heer/Leserbild)
Überschwemmung in Wil: Fotografiert von der Toggenburgerstrasse aus am Sonntagabend um 20 Uhr. (Bild: Christoph Heer/Leserbild)
Überschwemmung auf der Autobahn A1 in Wil (Bild: Ralph Ribi)
Überschwemmung auf der Autobahn A1 in Wil (Bild: Ralph Ribi)
Die Unterführung steht unter Wasser. (Bild: Philipp Haag)
Überschwemmung auf der Autobahn A1 in Wil (Bild: Ralph Ribi)
Autokolonne auf St.Galler-Strasse Richtung Zentrum von Wil. (Bild: Philipp Haag)
Überschwemmung in Wil: Fotografiert von der Toggenburgerstrasse aus am Sonntagabend um 20 Uhr. (Bild: Christoph Heer/Leserbild)
Überschwemmung auf der Autobahn A1 in Wil (Bild: Ralph Ribi)
Überschwemmung auf der Autobahn A1 in Wil (Bild: Ralph Ribi)
Überschwemmung in Wil: Fotografiert von der Toggenburgerstrasse aus am Sonntagabend um 20 Uhr. (Bild: Christoph Heer/Leserbild)
Die Reithalle ist voll Wasser. (Bild: Philipp Haag)
Die obere Weierwiese steht unter Wasser. (Bild: Philipp Haag)
Bild: Ralph Ribi
Die überflutete Autobahneinfahrt. (Bild: Colin Fischer/Leserbild)
Bild: Jonas Dudle/Leserbild
Und auch die Reithalle ist überflutet. (Bild: Philipp Haag)
Die Unterführung steht ebenfalls unter Wasser. (Bild: Facebook)
Obere Weierwiese in Wil. (Bild: Lukas Etter/Leserbild)
Bahnhofstrasse in Wil. (Bild: Philipp Haag)
Überflutete Wiese in Zuzwil. (Bild: Ruth Grünenfelder/Leserbild)
In der Parkgarage ist ebenfalls Wasser. (Bild: Philipp Haag)
Die überflutete Badi Bergholz in Wil. (Bild: Manuel Keller/Leserbild)
Der reissende Dorfbach in Zuzwil. (Bild: Ruth Grünenfelder/Leserbild)
Bild: Philipp Haag
Bild: Philipp Haag
Bild: Leserbild
Autokolonne auf St.Galler-Strasse Richtung Zentrum von Wil. (Bild: Philipp Haag)
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Der Maugwilerbach in Bronschofen trat über die Ufer. (Bild: Hanspeter Schiess)

Die Feuerwehren pumpen dutzende Keller und Garagen aus. Es wird versucht, die Schächte und Bäche von Geröll zu befreien. Mitarbeitende des Tiefbauamtes sind mit dem Beseitigen von Schutt auf den Strassen und auf der Autobahn beschäftigt. Die Gemeinde Rossrüti ist seit 18.30 Uhr ohne Strom. Ein Stromverteiler in einer Tiefgarage steht unter Wasser.

Die Autobahn wird noch mehrere Stunden gesperrt bleiben. Im Grossraum Wil wird es die ganze Nacht zu Behinderungen kommen. Es wird empfohlen, diese Region grossräumig zu umfahren. Über die Auflösung der Strassensperrungen werden die Verkehrsmeldungen in den Radios und auf dem Teletext Auskunft geben.

Bis 20 Uhr haben die vielen Stationen der Schweizer Unwetterzentrale in der Ostschweiz total 15 (Horn-St.Margrethen bis Widnau) bis 80 (Lommis) Liter/Quadratmeter oder Millimeter gemessen, wie Meteogroup am Sonntagabend mitteilte.

Laut Chefmeteorologe Joachim Schug kamen zwischen 17 und 18 Uhr im Grossraum Wil 40 bis 50 Liter/Quadratmeter vom Himmel. "So ein gewaltiger Wolkenbruch führt zwangsläufig zu Erdrutschen und Überflutungen - erfahrungsgemäss liegt die Grenze bei 20 bis 25 Liter/Quadratmeter", wird Schug in der Mitteilung zitiert. Dann versickere das Wasser nicht mehr, sondern fliesse oberflächlich ab.

Die Radarregensummenkarte zeigte nordwestlich von Wil sogar eine Stundensumme von fast 60 Liter/Quadratmeter. Ähnlich hohe Werte wurden letzten Sommer bei der Flutkatastrophe in Altstätten beobachtet, wie es weiter hiess.

Zu Unterbrüchen kommt es bei der Bahn auf der Linie Weinfelden-Gossau. Dort konnten die Züge zwischen Sulgen und Kradolf nicht fahren. In Kradolf sind nämlich die Fussgängerunterführung wie auch die Gleise und die Bahnhofstrasse überflutet.

Zwischen 17.15 Uhr und 20 Uhr gingen bei der Kantonalen Notrufzentrale im Thurgau über 350 Schadensmeldungen ein, weitere folgen laufend, wie die Kantonspolizei mitteilt. Diese kamen vorwiegend aus dem Hinter-, Mittel- und Oberthurgau und betrafen in den meisten Fällen überflutete Keller und Tiefgaragen. Die Feuerwehren stehen im Dauereinsatz. Meldungen über verletzte Personen gingen bisher keine ein.

Im Kanton Appenzell Ausserrhoden regnete es zwar auch, Schadensmeldungen blieben aber weitgehend aus. Laut Auskunft der Kantonspolizei wurden ein paar volle Keller gemeldet. In Appenzell Innerrhoden blieb es ruhig. (kapo/maw/sda)