Gewinnausschüttung
Nationalbank schüttet noch mehr Geld aus: St.Gallen erhält dreimal so viel wie budgetiert

Statt wie budgetiert 80 Millionen Franken erhält der Kanton St.Gallen von der Nationalbank für das vergangene Jahr 240 Millionen. Die zusätzlichen Mittel kommen «genau zum richtigen Zeitpunkt», sagt Finanzchef Marc Mächler.

Noemi Heule
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Der Kanton St.Gallen erhält von der Schweizerischen Nationalbank 240 Millionen Franken. Im Budget waren deren 80 vorgesehen.

Der Kanton St.Gallen erhält von der Schweizerischen Nationalbank 240 Millionen Franken. Im Budget waren deren 80 vorgesehen.

Bild: PD

Bereits Anfang Januar wurden die trüben St.Galler Finanzaussichten etwas aufgehellt. Die Gewinnausschüttung der Schweizerischen Nationalbank an die Kantone fiel doppelt so gross aus wie im kantonalen Budget vorgesehen. Statt 80 Millionen sollte St.Gallen 160 Millionen erhalten. Nun wartet die Nationalbank erneut mit Good News auf: Statt insgesamt 4 Milliarden Franken schüttet sie 6 Milliarden an die Kantone aus. Der Kanton St.Gallen erhält anteilsmässig 240 Millionen Franken.

Nationalbank-Millionen gegen das Coronaloch

Der St.Galler Regierungsrat und Finanzdirektor Marc Mächler.

Der St.Galler Regierungsrat und Finanzdirektor Marc Mächler.

Bild: Benjamin Manser

Geld, das der Kanton gut gebrauchen kann, um das Coronaloch zu stopfen. Finanzchef Marc Mächler ist denn auch erfreut:

«Das Geld kommt genau zum richtigen Zeitpunkt.»

Es stehe finanziell ein schwieriges Jahr an, ergänzt er. Der neue Finanzplan sieht für das laufende Jahr ein Minus von 243 Millionen Franken vor. Für die kommenden drei Jahre werden operative Defizite von 221, 186 und 159 Millionen Franken erwartet.

Bis zu 90 Millionen für Härtefälle

Der Geldsegen gründet auf einer neuen Vereinbarung zwischen dem Eidgenössischen Finanzdepartement und der Nationalbank, welche die maximale Ausschüttung von 4 auf 6 Milliarden erhöht. Diese neue Regelung gilt auch rückwirkend für das Jahr 2020.

Dennoch zeichnet Finanzdirektor Mächler kein allzu rosiges Bild der finanziellen Zukunft des Kantons. Nicht nur die zusätzlichen Nationalbank-Millionen sind im Budget 2021 nicht vorgesehen, sondern auch weitere Ausgaben. So könnten allein die Härtefälle mit bis zu 90 Millionen Franken zu Buche schlagen. Und auch beim Bundesfinanzausgleich komme St.Gallen erheblich schlechter weg als in den vergangenen Jahren.