Gewerkschafter fordern Kontrollen bei Digitalisierung

Drucken
Teilen

Arbeitsmarkt Wenn im Internet neue Angebote wie Uber oder Airbnb entstehen, beeinflussen diese immer auch die Arbeitsbedingungen. Sind Uber-Fahrer Arbeitnehmende oder Selbstständige? Welcher Arbeitgeber ist für die Mitarbeitenden verantwortlich, wenn diese zu Hause für verschiedene Firmen arbeiten? Ute Klotz, Dozentin an der Hochschule Luzern, stellte an einer Veranstaltung des St. Galler Gewerkschaftsbundes fest, dass das Arbeitsrecht auf solche Fragen kaum Antworten gibt.

Mit der Digitalisierung verschwinden auch Arbeitsplätze. Die Unterstützung durch Maschinen und Computer sei heute zwar selbstverständlich, aber es sei schwer abzuschätzen, wie sich die Zahl der Arbeitsplätze insgesamt verändern wird. Es entstehen auch neue Beschäftigungsformen. Allerdings sei wichtig, dass sich die Mitarbeitenden während der Arbeitszeit für neue Aufgaben weiterbilden können.

Lohndumping ist schwer zu unterbinden

Luca Cirigliano, Zentralsekretär des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes, stellte fest, dass sich viele frühere Vorhersagen bezüglich Arbeitsplatzentwicklung als Fehlprognosen herausgestellt hatten. Wichtig ist dem Gewerkschafter, dass die Mitarbeitenden nicht unter dem Druck der Digitalisierung leiden. Er nannte das Beispiel der Personalvermittlungsplattformen. Wenn auf einer Internetseite in Rumänien Stellen in der Schweiz versprochen werden, die hiesige Löhne weit unterbieten, müsste solches Lohndumping unterbunden werden können – das sei aber fast nicht möglich.

Er stellte auch fest, dass sich Heimarbeit am Computer der Arbeitszeitkontrolle entziehe. Deshalb müsse – so eine gewerkschaftliche Forderung – diese Form der Arbeit freiwillig sein. Niemand dürfe zum Home-Office gezwungen werden. Zwar könnte man solche Arbeitsformen mit dem bestehenden Gesetz für die gewerbliche Heimarbeit regeln, bisher fehle dafür aber der politische Wille. Am wirksamsten gegen die digitale Schwarzarbeit seien heute die Kontrollen durch die Sozialversicherungsanstalten. (rho)