Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Gewerkschaften und Politiker demonstrieren gegen Schliessung des Spitals Wattwil

Die Einweihung des neuen Bettentrakts am Spital Wattwil wird von Protesten überschattet. Berufsverbände und Gemeindevertreter wehren sich gegen die neuesten Abbaupläne.
Michael Genova

Die Toggenburger haben die Hiobsbotschaft noch nicht verdaut. «Willkommen in Absurdistan», sagte Mathias Müller, Stadtpräsident von Lichtensteig am Samstagmittag vor dem Spital Wattwil. Der Wattwiler Gemeindepräsident Alois Gunzenreiner sprach von einer «völlig absurden und surrealen Situation». Und der Toggenburger SP-Kantonsrat Martin Sailer rief: «Es ist eine absolute Sauerei.»

Am Morgen hatten die St.Galler Regierungsräte Heidi Hanselmann und Marc Mächler, Vertreter der St.Galler Spitalverbunde und geladene Gäste den neuen Bettentrakt des Spitals Wattwil feierlich eingeweiht. Doch Feststimmung wollte nicht richtig aufkommen: Denn erst am Donnerstag war bekannt geworden, dass der Verwaltungsrat der St.Galler Spitalverbunde in Wattwil künftig keine stationären Leistungen mehr anbieten will.

(Bilder: Ralph Ribi)
Einweihung des Spital Wattwil: Regierungsrätin Heidi Hanselmann und Regierungsrat Marc Mächler lassen sich das neue Spital zeigen. (Bild: Ralph Ribi)
15 Bilder

Demonstration bei der Einweihung des Spitals Wattwil

VPOD will sich mit allen Mitteln wehren

Gleich im Anschluss an die offizielle Eröffnung versammelten sich Vertreter des Schweizerischen Verbands des Personals öffentlicher Dienste VPOD, des Berufsverbands der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner SBK, Gemeindevertreter sowie Mitglieder des Fördervereins «Regionalspital Toggenburg Wattwil» vor dem Haupteingang des Spitals.

Die Rednerinnen und Redner kritisierten die Abbaupläne scharf. «Wir werden uns mit allen Mitteln dagegen wehren», sagte Patrizia Amaechi von der Gewerkschaft VPOD. Man sei entsetzt über die Pläne des Verwaltungsrats.

Auf Transparenten warnten die Anwesenden davor, das Gesundheitswesen krankzusparen. «So nicht, das lassen wir uns nicht gefallen», war auf einem Plakat zu lesen. Auf einem anderen: «Keine britischen Verhältnisse!»

Berufsverband warnt vor volkswirtschaftlichem Schaden

Edith Wohlfender, Geschäftsleiterin der Ostschweizer Sektion des SBK, zeigte sich betroffen darüber, dass die Zukunft der stationären Abteilung in Frage gestellt wird. «Das tut uns tief im Herzen weh.» Sie warnte vor einer möglichen Schliessung des Spitals Wattwil. «Der volkswirtschaftliche Schaden wäre sehr gross.» Zudem wäre mit einer Schliessung das Problem des strukturellen Defizits von jährlich 70 Millionen Franken noch nicht gelöst.

Auch René Fiechter, CEO der Spitalregion Fürstenland Toggenburg, ergriff das Wort. Er betonte, dass sich der Spitalverbund verändern müsse: «Der Status Quo ist für uns keine Lösung.» Die Rahmenbedingungen hätten sich in den vergangenen Jahren dramatisch verschärft.

Mehr dazu morgen in der Ostschweiz am Sonntag.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.