Gewaltdelikt in St.Gallen: Täter tötete 46-jährige Frau mit Metallpfanne aus dem Haushalt des Opfers

Neue Erkenntnisse nach der Bluttat an der Speicherstrasse: Die «stumpf-kantige» Tatwaffe war eine Pfanne aus Metall. Klar ist auch: Der mutmassliche Täter lebte bis 2017 in der Nähe des Opfers. Von einem Zusammenhang geht die Staatsanwaltschaft aber nicht aus.

David Grob
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Bild: Raphael Rohner

«Die Tatwaffe war eine Pfanne aus Metall, die der Täter aus der Wohnung seines Opfers hatte», sagt Regula Stöckli, Medienbeauftragte der Staatsanwaltschaft des Kantons St.Gallen auf Anfrage. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft jeweils von einem «stumpf-kantigen» Gegenstand gesprochen.

Der 22-jährige Täter war am vergangenen Mittwoch in eine Wohnung eines Hauses an der Speicherstrasse in St.Gallen eingedrungen, wo er «äusserst brutal mit einem stumpf-kantigen Gegenstand» auf eine dort anwesende 46-jährige Frau eingeschlagen hat, wie der Medienmitteilung von vergangener Woche zu entnehmen ist. Einsatzkräfte der Polizei schossen auf den Täter, der noch am Tatort verstarb. Die Frau erlag im Spital ihren schwerwiegenden Kopfverletzungen. Eine ebenfalls in der Wohnung anwesende Frau hatte die Polizei alarmiert. Sie blieb, abgesehen von einer Platzwunde am Kopf, unverletzt.

Tötungsdelikt am 2. September 2020

Auf Mutmassungen wird nicht eingegangen

Die Staatsanwaltschaft bestätigt auf Nachfrage, der Täter habe bis Mitte 2017 in der Umgebung des Tatort gewohnt. «Wir sehen aber keinen Zusammenhang», sagt Stöckli. Man gehe weiterhin davon aus, dass sich Täter und Opfer nicht gekannt haben. Sowohl die Auswahl der Wohnung wie des Opfers würden völlig zufällig erscheinen, kommunizierte die Staatsanwaltschaft bereits vergangene Woche.

Auf die Mutmassungen anderer Medien, der Täter habe ein Drogenproblem gehabt, sei wegen Depressionen oder Schizophrenie in psychiatrischer Behandlung gewesen und habe Mitte August in einem auf Facebook veröffentlichten Lied Gewaltfantasien geäussert, will Stöckli indes aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht eingehen.

Klar ist aber: Auch die Staatsanwaltschaft geht von psychischen Problemen des Täters aus. «Die Schlussfolgerungen resultieren aus dem Tathergang und der äussersten Brutalität, wie der mutmassliche Täter auf die Frau eingeschlagen hat», sagte Stöckli vergangene Woche.

Ein ausserkantonales Polizeikorps untersucht den Vorfall

Der Vorfall wird nun durch ein ausserkantonales Polizeikorps untersucht – ein «Standardvorgehen nach einer Schussabgabe», wie die Staatsanwaltschaft schreibt. Für die beiden betroffenen Polizisten wurden zudem gleich nach dem Einsatz interne und externe Hilfen, wie beispielsweise eine psychologische Betreuung, zur Verfügung gestellt.

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