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Gewaltdelikt in St.Gallen: 66-jähriger Mann verletzt im Streit seine Frau tödlich ++ U-Haft beantragt ++ Motiv noch unklar ++ Messer war nicht im Spiel

In einer Wohnung in der Stadt St.Gallen hat die Polizei am Freitagmittag eine Frau tot aufgefunden. Ihr Ehemann, ein 66-jähriger Serbe, wurde daraufhin verhaftet. Nun hat die St.Galler Staatsanwaltschaft gegen diesen U-Haft beantragt. Wie die Serbin ums Leben kam, wird weiterhin ermittelt – sie starb aber weder durch ein Messer noch eine Schusswaffe.
Adrian Vögele/Alexandra Pavlovic

Warum der Mann derart in Rage geriet, ist nach wie vor unklar: In einer Wohnung an der Ruhsitzstrasse in St.Gallen ist am Freitagvormittag ein Ehestreit völlig eskaliert. Der 66-jährige Serbe fügte seiner 60-jährigen Frau massive Verletzungen am Kopf zu. Danach rief er selber bei der Polizei an und erklärte, seine Frau sei bei einem Streit verletzt worden. Diverse Einsatzkräfte rückten aus: Stadtpolizei, Kantonspolizei, Notarzt, Ambulanz, Staatsanwaltschaft und so weiter. «Insgesamt waren es über 20 Personen», sagt Hanspeter Krüsi, Leiter Kommunikation der Kantonspolizei. Das Grossaufgebot löste Besorgnis in der Umgebung aus. Die Polizei teilte jedoch schon bald mit, für die Bevölkerung bestehe keine Gefahr.

An der Ruhsitzstrasse 7-29 in St.Gallen wurde die tote Frau aufgefunden. (Bild: Michel Canonica)

An der Ruhsitzstrasse 7-29 in St.Gallen wurde die tote Frau aufgefunden. (Bild: Michel Canonica)

Polizei dementiert Gerüchte: Messer war nicht im Spiel

Die Polizisten erreichten den Tatort kurz nach 11 Uhr und konnten nur noch den Tod der Serbin feststellen. Der Ehemann wurde verhaftet. Mit welchem Mittel der Mann der Frau die Verletzungen zugefügt hat, wird nun untersucht, an den Abklärungen sind das Institut für Rechtsmedizin und mehrere Fachstellen der Kantonspolizei beteiligt. Bereits steht fest: Eine Schusswaffe war nicht im Spiel. Und «wohl auch kein Messer», sagte Krüsi am Freitag. In den Medien machten Augenzeugenberichte die Runde, wonach ein Messer aus dem Haus getragen worden sei.

Einen Tag nach der tödlichen Tat dementiert Krüsi die Gerüchte um das angebliche Messer. «Es ist die Aufgabe der Polizei, solche Gerüchte zu dementieren. Die Polizeibeamten haben kein Messer aus dem Tatort getragen – das stimmt ganz klar nicht.» Nach bisherigen Erkenntnissen seien weder ein Messer noch Schusswaffen im Spiel gewesen, fährt er fort. «Wie die Frau umgebracht wurde, wollen wir nicht sagen. Das ist Täterwissen», sagt Krüsi. Will heissen: Die Polizei will vom Beschuldigten erfahren, wie er auf seine Ehefrau losgegangen ist.

Täter war der Polizei nicht bekannt

Sowohl der mutmassliche Täter als auch seine verstorbene Ehefrau sind serbische Staatsangehörige. Sie waren der Polizei zuvor nicht bekannt: «Der Mann, den wir am Karfreitag festgenommen haben, ist in den Registraturen der Kantonspolizei in keiner Art und Weise verzeichnet», sagt Krüsi. Der «Blick» zitierte einen Anwohner, der sagte, es habe bisher nie Probleme mit dem Ehepaar gegeben.

Laut Krüsi geht es jetzt zudem darum, das Motiv abzuklären und zu ergründen, «warum es zu diesem fatalen Streit gekommen ist». Der 66-Jährige müsse dazu nun Auskünfte geben, auch zur Art der Gewalteinwirkung. Gegen den Ehemann hat die Staatsanwaltschaft des Kantons St.Gallen ein Strafverfahren eröffnet.

Am Sonntag schliesslich hat die Staatsanwaltschaft des Kantons St.Gallen gegen diesen beim Zwangsmassnahmengericht nun auch Untersuchungshaft beantragt.

Nicht mehr häusliche Gewalt an Feiertagen

Die Tat ereignete sich am Karfreitag. Muss die Kantonspolizei an Feiertagen häufiger wegen häuslicher Gewalt intervenieren als sonst? Krüsi kann das nicht bestätigen. «Wir rücken täglich mehrmals wegen häuslicher Gewalt aus. Die Einsätze reichen von Schlichtungen bis zu schweren Delikten.» An Feiertagen würden solche Vorfälle jedoch mehr Emotionen wecken und hätten mehr Aufmerksamkeit.

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