Gewalt im Stadtbus Frauenfeld: Mann verletzt 86-Jährigen am Kopf  – Angreifer kommt ungeschoren davon

Am Montag hat ein Unbekannter im Stadtbus Frauenfeld einen 86-jährigen Mann angegriffen. Der Angreifer suchte nach der Attacke das Weite. Ein Familienmitglied des Opfers machte daraufhin auf Facebook seinem Ärger Luft. 

Rossella Blattmann
Hören
Drucken
Teilen
In einem Frauenfelder Stadtbus hat ein Unbekannter am Montagmittag einen Senioren angegriffen und am Kopf verletzt.

In einem Frauenfelder Stadtbus hat ein Unbekannter am Montagmittag einen Senioren angegriffen und am Kopf verletzt.

Symbolbild: Donato Caspari

In der Facebook-Gruppe «Du bisch vo Frauefeld, wenn» sorgte am Dienstagabend ein Posting für rote Köpfe. Ihr 86-jähriger, dementer Vater sei am Montag in einem voll besetzten Frauenfelder Stadtbus von einem Mann angegriffen worden, schreibt eine Person. Niemand habe reagiert, auch der Busfahrer nicht. Der Angreifer sei anschliessend einfach weggelaufen, heisst es weiter. 

Mit diesem Posting in der Facebook-Gruppe «Du bisch vo Frauefeld, wenn...» machte ein Familienmitglied des Opfers den Angriff publik.

Mit diesem Posting in der Facebook-Gruppe «Du bisch vo Frauefeld, wenn...» machte ein Familienmitglied des Opfers den Angriff publik.

Screenshot: Facebook

Prellung am Kopf

Urs Ambühl, Leiter Stadtbus Frauenfeld.

Urs Ambühl, Leiter Stadtbus Frauenfeld. 

Bild: pd

Urs Ambühl, Leiter von Stadtbus Frauenfeld, bestätigt den Vorfall auf Anfrage. 

«Am Montagmittag ist es auf der Linie 1 zwischen Sonnmatt und Bahnhof Frauenfeld um 11.45 Uhr zu einem Zwischenfall gekommen.»

Ein Unbekannter habe den 86-Jährigen angegriffen und verletzt. «Der Mann erlitt eine Prellung am Kopf», sagt Ambühl. Er habe keine Kenntnis, dass weitere Passagiere verletzt worden seien, ergänzt der Leiter von Stadtbus Frauenfeld. 

Angreifer rannte aus dem Bus 

Der Buschauffeur habe vorschriftsgemäss reagiert, sagt Ambühl.

«Als er das Gerangel bemerkte, hielt er in der Nähe der Haltestelle Eichholz an und öffnete die Türen. Der Angreifer konnte so den Bus verlassen.»

Der Fahrer habe die Lage geprüft und sei danach weitergefahren. Die Frauenfelder Buschauffeure seien angewiesen, im Falle eines Angriffes anzuhalten und die Türen zu öffnen, um Schlimmeres zu verhindern.

Identität des Angreifers ist unbekannt 

Zur Identität des Angreifers konnte Ambühl am Dienstag nichts sagen. «Es ist Sache des Opfers, Anzeige bei der Kantonspolizei Thurgau zu erstatten.» Er habe aber mit der Tochter des Mannes telefoniert. «Unser aktueller Stand ist, dass der 86-Jährige auf eine Anzeige verzichtet.»

Die Frauenfelder Stadtbusse sind laut Ambühl mit Videokameras ausgestattet. «Auch wenn wir Kenntnis von einem Zwischenfall wie dem Angriff von Montag haben: Videoaufnahmen dürfen wir nur herausgeben, wenn die Polizei oder die Staatsanwaltschaft sie verlangen. Nach 72 Stunden werden die Aufnahmen automatisch gelöscht.»

Polizei bestätigt: Bisher keine Anzeige eingegangen

Die Kantonspolizei Thurgau hat keine Kenntnis von der Attacke im Frauenfelder Stadtbus und ist entsprechend zu keinem solchen Zwischenfall ausgerückt, sagt Daniel Meili, Mediensprecher der Kantonspolizei Thurgau.

Das verärgerte Familienmitglied des 86-jährigen Angriffsopfers war bis am Mittwochnachmittag für «Tagblatt Online» nicht erreichbar. 

Mehr zum Thema

Chauffeur verweigert Passagieren in St.Gallen wegen Pizzakartons die Mitfahrt +++ Regiobus-Geschäftsführer: «Es handelt sich um einen Grenzfall»

Zwei Frauen wurde am Dienstagmittag die Mitfahrt im Regiobus verwehrt, weil sie Pizzakartons dabei hatten. Der Vorfall löste in den sozialen Medien hitzige Diskussionen aus. Der Regiobus-Geschäftsführer verteidigt das Vorgehen seines Chauffeurs, bekräftigt aber, dass es sich um einen Grenzfall handle. Andere Transportunternehmen sind kulanter.
Valentina Thurnherr