Gewässerschutz
St.Gallen hat die Nase vorn: Die ARA Steinach-Morgental kann neu Medikamente und Hormone aus dem Abwasser filtern

Bis anhin flossen Medikamentenrückstände ungehindert in den Bodensee und fügten Fischen Schaden zu. Der Bund schreibt daher vor, dass gewisse Kläranlagen bis 2036 zusätzliche Anlagen bauen, um solche Stoffe aus dem Abwasser zu filtern. St.Gallen kommt dieser Pflicht zuvor und eröffnet schon jetzt eine solche Spezialanlage. Die ARA Hofen in Wittenbach und die ARA Steinach-Morgental nutzen diese gemeinsam, was schweizweit einzigartig ist.

Melissa Müller
Drucken

Exklusiv für Abonnenten

Ein Pionierprojekt für den Bodensee: Roland Boller, Chef der ARA Morgental mit Hanspeter Bauer, Chef der ARA Hofen in Wittenbach, in der neuen Anlage zur Eliminierung von Mikroverunreinigungen in Steinach.

Ein Pionierprojekt für den Bodensee: Roland Boller, Chef der ARA Morgental mit Hanspeter Bauer, Chef der ARA Hofen in Wittenbach, in der neuen Anlage zur Eliminierung von Mikroverunreinigungen in Steinach.

Bild: Andri Vöhringer

Sie sind unsere täglichen Begleiter: Schmerzmittel, Antibiotika, Moschusduftstoffe aus Shampoos, Antidepressiva, Hormone zur Verhütung. «Diese Spurenstoffe belasten unser Ökosystem», sagt Roland Boller, Geschäftsführer des Abwasserverbands Morgental. Untersuchungen zeigen, dass männliche Fische in der Folge verweiblichen und sich nicht mehr fortpflanzen können. Auch wurden bei Fischen Organschäden festgestellt.